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Die Hansestadt Visby

Visby ist eine charakteristische Hansestadt mit Ringmauer, Kirchenruine, gut erhaltenem Straßennetz und wunder-schönen kleinen Häuschen, erbaut im Mittelalter bis in unsere heutige Zeit. Die Innenstadt von Visby ist durch ihr ganz eigenes Gepräge ein äußerst bemerkenswerter Ort. Die Hansestadt Visby wurde im Jahr 1995 in die Welterbeliste aufgenommen.

Begründung des Welterbekomitees: Visby ist ein ganz besonderes Beispiel für eine nordeuropäische, von einer Ringmauer umgebene, Hansestadt. Hier ist auf einmalige Weise das Stadtbild mit seinen besonders wertvollen Gebäude bewahrt.

Visby ist eine Stadt aus dem Mittelalter, mitten in der Ostsee an einer Klippenküste hochgespült. Vom Parkhausplatz hinter der Mauer am Hafen führen schmalen Gassen mit holprigen Kopfsteinen zu den Stadttoren oben auf dem Klippenrand.

Visby hat seine Besucher schon immer betört, hingerissen. Die Verzückung vor allem der schwedischen Gäste ist leicht zu begreifen. Hier fanden und finden sie, nur neunzig Kilometer vor der småländischen Küste, den Beweis, dass im frühen und hohen Mittelalter das skandinavische Festland ein nahezu geschichtsloses Dasein fristete. Visby ist das Denkmal für bereits damals manifeste nordische Macht und Herrlichkeit.

Rundmauer VisbyDeutsche Gotlandfahrer, die Vorgänger der Hanseaten, ließen sich in großer Zahl in Visby nieder. Der von ihnen und den Gotländern wohl nicht immer brüderlich betriebene, aber einträgliche Handel mit Seide und Brokat aus dem Orient, Pelzen aus Russland, Dorsch und Robbenfleisch von der Insel selbst und Salz aus Lübeck, machte Visby vor allem im 13. Jahrhundert reich und zur "Königin der Ostsee". 

Da ist die graue, fast lückenlose Rundmauer mit ihren 38 Tor-, Schirm- und Satteltürmen. Dieses gewaltige Bauwerk von dreieinhalb Kilometer Umfang fasst nur die Stadt, nicht aber den Hafen, wie ein Schmuckstück ein. Denn errichtet wurde sie zum Schutz vor den Großbauern auf der Insel, die, im Nebenberuf ebenfalls Seefahrer und Händler, den überlegenen Profis in der Stadt dann und wann auf den Leib rückten.

1361 ließ der Dänenkönig Valdemar Atterdag das letzte Aufgebot eines Bauernheeres, das unter der Stadtmauer Hilfe und Schutz gesucht hatte, bis zum letzten Mann abschlachten. Das Liljehornsche Haus ist der höchste erhaltene mittelalterliche Profanbau in Nordeuropa. Zusammen lassen diese drei Wahrzeichen hanseatischen Reichtums die einstmals großartige Skyline der Hafenstadt erahnen. Da sind schließlich die Kirchen, oder das, was von ihnen geblieben ist. Dachlos, mit zerbröckelten Pfeilern, ausgebrochenen Rosettenfenstern, aufgeworfenen und Unkraut bewachsenen Steinböden künden diese gewaltigen Kalksteinfossilien von gotischer Bauwut und Baukunst und von einer kulturellen Blüte, die im Mittelalter und lange danach alles übertraf, was nordische Königsresidenzen und Bischofsstifte zu leisten und zu bieten vermochten. Die Überreste von St. Katarina, der wohl schönsten Ruine, die Geschwisterskelette der Dreifaltigkeitskirche und von St. Lars, das doppelgeschossige Gewölbe von St. Clemens, die als Steinbruch missbrauchten Rudimente von St. Hans und St. Per bilden aber auch die Grabsteine über der kosmopolitischen Handelsmetropole. Ihr Niedergang war mit dem Abzug Valdemar Atterdags besiegelt.

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