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Nachrichten aus Schweden - März 2006

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Gefriertrocknen - eine neue Bestattungsform

Die schwedische Regierung testet zur Zeit in Jönköping "das Gefriertrocknen", dass eine ökologische Alternative zur Sargbeerdigung bzw. Kremierung werden soll.

Bei der Promession werden die Verstorbenen mit -196°C flüssigen Stickstoff eingefroren. Dadurch wird der Körper sehr zerbrechlich und fällt bei leichter Vibration zu einem feinen organischen Pulver auseinander. Anschließend wird das Pulver durch Filterung von Quecksilber, Zahngold, Titanschrauben und Wasser gesäubert. Somit löst man ein schwieriges Umweltproblem, wie z.B. die Abwässer von vergastem Quecksilber aus den Krematorien. Übrig bleiben ca. 25 kg gefriergetrocknetes Pulver, das in einen Sarg aus Mais oder Kartoffelstärke gelegt und in 40 cm Tiefe auf einem Friedhof beigesetzt wird. Mit Hilfe der Würmer und Mikroben in der Erde zersetzt sich das Pulver sehr schnell und nach 6-12 Monaten ist der Verstorbene zurück im Kreislauf.

Aus ökologischer Hinsicht ist die Promession die beste Lösung der Bestattung, da man dabei so nahe an die Ursprungsebene der Natur kommt, wie man überhaupt kommen kann.

Schwedische Polizisten dürfen Kopftuch und Turban tragen

Die schwedischen Polizisten dürfen im Dienst künftig statt Schirmmützen auch religiöse Kopfbedeckungen wie Turban, Kopftuch oder die jüdische Kippa als Teil ihrer Uniform tragen. Diese neue Kleiderordnung hat die Zentrale Polizeibehörde festgelegt, um ein Signal für mehr ethnische Vielfalt unter Schwedens 17.000 Ordnungshütern zu setzen. Allerdings werden Turbane oder Kopftücher künftig nicht mit der Dienstkleidung zur Verfügung gestellt. Die Kosten für die zusätzliche Kopfbedeckung müssen die Uniformierten selbst tragen und die Farbe passend zur blauen Uniform wählen. Wenn bei einer Demonstration Steinwürfe zu erwarten sind, müssen die Polizisten allerdings einen Helm tragen.

Vasaloppet 2006

Dieses Jahr haben sich 15.300 Läufer aus 30 verschiedenen Nationen zum 82. Vasa-Lauf registrieren lassen.  Pünktlich um 8:00 Uhr übertönte ein immenser Jubel den Startschuss und die Skimarathonläufer begaben sich aus 52 parallelen Startspuren auf die 90 km lange Strecke nach Mora. Bei -12°C und hohem Neuschnee hatten die Läufer hart zu kämpfen. Der schwedische Marathonspezialist Daniel Tynell gewann mit zwei Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Jerry Ahrlin die Weltcup-Premiere des Vasalaufs. Als Dritter ging der Norweger Anders Aukland ins Ziel. Bei den Damen siegte Marit Björgen aus Norwegen. Über 1000 Teilnehmer mussten  aufgeben oder wurden wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.
Der jährliche Vasa-Lauf, der an die Flucht des späteren schwedischen König Gustav Wasa erinnern soll, fand erstmals am 19.03.1922 statt. Die Skilanglaufveranstaltung wird jedes Jahr am ersten Wochenende im März auf dem 90 km langen  Vasaloppsleden zwischen den Orten Sälen und Mora ausgetragen, dessen Faszination sich wohl kaum ein Schwede entziehen kann. Jeder ambitionierte Skilangläufer wünscht sich wohl einmal hier dabei gewesen zu sein und viele sind danach dauerhaft infiziert und kommen öfters wieder. 1990 musste der Vasalauf erstmals wegen Schneemangels abgesagt werden.

Björn Borg verkauft seine Wimbledon-Pokale

Der fünffache Wimbledon-Sieger Björn Borg will aus Geldmangel seine fünf Siegerpokale der Wimbledonturniere und zwei seiner Tennisschläger verkaufen.Als Hintergrund nannte die Zeitung "Aftonbladet" eine Schadenersatzklage über elf Millionen Kronen (1,3 Millionen Euro) durch einen früheren Geschäftspartner von Borg. Schwedische Sportkommentatoren halten es für möglich, dass die Ankündigung der Versteigerung nur ein Ablenkungsmanöver ist, um Mitleid bei der Jury zu erregen und damit Millionenforderungen seiner ehemaligen Geschäftspartner vor Gericht abzuwenden. Nachdem der Tennisstar Andre Agassi mit seiner Frau Steffi Graf und mit Freunden und Geschäftspartnern eine Rettungsaktion für die Pokale startete, damit die Pokale im Tennis bleiben, will Borg seine Wimbledonpokale nun doch nicht verkaufen.
Die schwedische Tennislegende gewann zwischen 1976 und 1980 fünf Mal hintereinander in Wimbledon. So erfolgreich der Schwede als Tennisspieler war, so jämmerlich verliefen seine Versuche als Geschäftsmann, bei denen er von einer Panne in die nächste stolperte und von einigen vermeintlichen Partnern ausgenutzt und betrogen wurde.

Neues Strafvollzugsgesetz

ParagraphDie schwedische Regierung hat einer Änderung des Strafvollzugsgesetzes zugestimmt. Die neue Strafvollzugsgesetz sieht eine individuellere Betreuung der Gefangenen vor. Danach soll der elektronischen Hausarrests als besondere Form der Unterbringung im Rahmen eines neuen Strafvollzugsgesetzes möglich sein. Das Versuchsprojekt, das 1994 in 6 schwedischen Bewährungshilfebezirken begonnen wurde und 1997 auf das ganze Land ausgedehnt wurde, stieß auf breite Akzeptanz. Insassen mit guter Führung sollen öfters Freigang bekommen. Rückfallgefährdete Gefangene dagegen sollen stärker überwacht werden, gegebenenfalls mit elektronischen Fußfesseln. In Zukunft solle sich gute Führung für die Insassen  stärker lohnen. Über das neue Strafvollzugsgesetz soll in Kürze das Parlament abstimmen.

 

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