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Nachrichten aus Schweden - Februar 2009

Aktuelle Nachrichten

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Verlobungsfeier auf Schloss Drottningholm

Heute Nacht wurde die Verlobung von Kronprinzessin Viktoria und Daniel Westling auf Schloss Drottningholm gefeiert. Im Zentrum standen natürlich Victoria und Daniel. Königin Silvia hat die Festlichkeiten schon seit Wochen geplant und vorbereitet.

Daniel und Victoria begrüßten ihre Gäste auf der großen Treppe zum Schloss. Das Personal war mit weißen Jacken und schwarzen Hosen gekleidet. Zur Begrüßung wurde Champagner in schönen Kristallgläsern serviert. Madeleine kam mit ihren Freund, Jonas Bergström, zum Fest. Er arbeitet gewöhnlich bis zum späten Abend als Jurist in einem Anwaltsbüro. Aber gestern hatte er schon früh Feierabend gemacht. Mit im Auto war auch Prinz Carl Philip. Aber seine Freundin Emma Pernald kam nicht mit. Sie liegt schon seit einer Woche mit einer Grippe im Bett. Emma Lehnstuhl beglückwünschte Daniel und Victoria am Telefon. Auch die Cousins Gustaf und Oscar Magnuson mit Nathalie Ellis und Emma Ledent nahmen an dem fest teil. Ehrengäste heute Nacht waren Daniels Eltern Olle und Eva. Sie brachten Daniels große Schwester Anna mit. Daniels Vater kaufte sich für das königliche Festmahl letzte Woche extra einen neuen Smoking in Gävle.

Quelle: Expressen 28.02.2009

Kronprinzessin Victoria hat sich verlobt

König Carl Gustaf, Königin Silvia, Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling wandten sich gestern gemeinsam an die schwedische Bevölkerung, um die Verlobung von Victoria und Daniel bekannt zu geben. Der schwedische König und die Regierung haben der Eheschließung zugestimmt. Das königliche Fest wird im Frühsommer 2010 stattfinden. Schweden hofft auf eine Prachthochzeit wie damals im Sommer 1976. Daniel Westling wird den Titel "Prinz Daniel, Herzog von Västergötland" erhalten. Er darf sich nach der Verlobung nun bei offiziellen Anlässen an der Seite von Victoria präsentieren.

Die Verlobung von Kronprizessin Victoria mit Daniel Westling ist auch eine frohe Botschaft für Prinzessin Madeleine und Prinz Carl Philip. Endlich darf Madeleine ihren Jonas Bergström heiraten und auch Carl Philip kann mit seiner Emma Pernald zum Altar schreiten. Madeleine und ihr Lebensgefährte Jonas Bergström sind seit sieben Jahren ein Paar. Auch sie träumen von einer Verlobung, aber vor der Kronprinzessin zu heiraten wäre gegen die Etikette der königlichen Regeln. Prinz Carl Philip hat seit fast zehn Jahren ein Verhältnis mit Emma Pernald. Auch die beiden können nun mit der Hochzeit planen. Madeleine träumt genau wie ihre große Schwester von eigenen Kindern. Ab 2011 kann dies nun möglich werden.

Zur Hochzeit von Kronprinzessin Victoria wird der königliche Adel von der ganzen Welt kommen, aber zu Madeleines Hochzeit wird die Gästeliste gewaltig zusammengestrichen und nur die Königshäuser aus Skandinavien eingeladen.

Quelle: Expressen 25.02.2009

Saab beantragt Insolvenz

SaabHeute stellte Saab einen Antrag auf Gläubigerschutz, dem von der Justiz stattgegeben wurde. Damit beginnt die sog. Reorganisation, nach schwedischem Recht eine Vorstufe zum Insolvenzantrag. Der eingesetzte Insolvenzverwalter sagte den rund 4100 Beschäftigten in Trollhättan, dass Saab die Autoproduktion vorerst unverändert fortsetzt. Nun hofft das Traditionsunternehmen auf Unterstützung von privaten Investoren und dem schwedischen Staat. Die Regierung hat jedoch einen Einstieg bei Saab wiederholt abgelehnt. Der schwedische Staat hat nicht vor, Autofirmen zu übernehmen, sagte Wirtschaftsministerin Maud Olofsson. Zwar will der Mutterkonzern GM Mittel für die Umstrukturierung bei Saab bereitstellen, jedoch nicht alle Verluste übernehmen. Nach 20 Jahren Fremdherrschaft ist die Zukunft von der Saab Automobile AB wieder in schwedischen Händen.

Nach Einschätzung von Experten sei die Geschäftstätigkeit von Saab veraltet. Das schwedische Traditionsunternehmen setzt immer noch auf teure und Sprit schluckende Premium-Modelle. Die hergestellten Autos sind nahezu unverkäuflich. Nach Meinung von Insolvenz-Experten wird Saab wohl nur noch drei Monate überleben.

20.02.2009

Saab vor dem Aus

SAAB Automobile AB geht es schon seit vielen Jahren schlecht. Jeden Tag verliert der Autokonzern viel Geld. Im Jahr 2000 wurde die Pkw-Sparte von General Motors vollständig übernommen. Nun will der amerikanische Betrieb Saab wieder verkaufen. Doch keiner will den Betrieb haben. Die schwedische Regierung will keine Steuergelder aufs Spiel setzen, um dem angeschlagenen Autobauer zu helfen. Damit steht Saab unmittelbar vor der Insolvenz. Bei einem endgültigen Aus für die Autoproduktion sind einschließlich der Zulieferer ca. 30.000 Arbeitsplätze betroffen. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson meint, es wäre besser die Fabrik auf Windkraftprodukte umzustellen. Falls Saab in Konkurs geht, kostet das den schwedischen Steuerzahler zwar 4,5 Milliarden Kronen, aber den Betrieb fortzusetzen wäre um einiges teurer.

Quelle: 8Sidor 19.02.2009

Der Arbogamord

Die deutsche Geschichtsstudentin, Christine Schürrer aus Hannover, wurde im Oktober 2008 wegen dem Mord an zwei schwedischen Kindern und Mordversuch an deren 23-jähriger Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt. Die 32-Jährige legte daraufhin Berufung ein und bestritt die Tat. Das Oberlandesgericht in Västerås bestätigte jedoch heute das Urteil aus der ersten Instanz in sämtlichen Punkten. Trotz fehlender Beweise, wie DNA-Spuren oder Fingerabdrücke, hatte das Gericht keine Zweifel daran, dass Christine Schürrer die beiden Kinder ermordete. Die 56 Zeugenaussagen, die Tagebucheinträge und das Motiv der rasenden Eifersucht haben ausgereicht, die Angeklagte in dem Indizienprozess des Verbrechens zu überführen. Christine Schürrer soll die Strafe in Deutschland absitzen, worauf sich die Justizbehörden schon vor ihrer Auslieferung zum Prozess nach Schweden einigten. Christine Schürrer wurde aus Schweden zeitlebens ausgewiesen. Es waren die ersten Kindermorde in Schweden, die von einer Frau begangen wurden. Christine Schürrer ist die siebte Frau in der schwedischen Geschichte, die zu Lebensfreiheitsstrafe verurteilt wurde.

Verlauf:

17.03.2008: Emma Jangestig und ihr beiden Kinder Max (3) und Saga (1) werden nach der Hammerattacke am Boden ihres Hauses in Arboga gefunden. Die Kinder sterben später an den Verletzungen. Emma Jangestig wird schwer verletzt ins Krankenhaus von Uppsala gebracht, wo sie zehn Tage im Koma liegt.

29.04.2008: Christine Schürrer wird von Deutschland nach Schweden ausgeliefert, nachdem sie wegen Mordverdacht verhaftet wurde. Sie wird kurz darauf wegen des Verbrechens angeklagt.

30.07.2008: Der Prozess beginnt im Landesgericht von Västmanland. Die Ermittler haben Indizien in einer 2700 Seiten umfassenden Akte zusammentragen. 56 Zeugen werden gehört. Der Indizienprozess dauert bis zum 25 August.

26.08.2008: Das Gericht spricht Christine Schürrer an den Morden und dem Mordversuch schuldig. Die Angeklagte muss sich einer rechtspsychiatrischen Untersuchung unterziehen.

09.09.2008: Christine Schürrer wird zum Urteilsspruch nach Huddinge überführt. Zwei Wochen verweigert sie konsequent auf Fragen zu antworten, weil sie meinte, dass das Gericht parteiisch ist.

25.09.2008: Christine Schürrer wird gesundgeschrieben. Die Sachverständigen der rechtspsychiatrischen Untersuchung stellen in ihrer Diagnose fest, dass die Angeklagte zur Zeit des Verbrechens unter keiner ernsten psychischen Störung litt. Christine Schürrer sei eine kalte und kontrollierte Person.

14.10.2008: Christine Schürrer wird wegen der Morde an Max und Saga und dem Mordversuch an deren Mutter Emma Jangestig zu lebenslanger Gefängnisstrafe und Ausweisung aus Schweden verurteilt. Das Urteil wird später am Oberlandesgericht berufen.

04.12.2008: Die Verhandlungen am Oberlandesgericht beginnen.

16.02.2009: Das Oberlandesgericht bestätigt das erste Urteil in allen Punkten. Außerdem wird beiden Elternteilen jeweils 100.000 Kronen Schadensersatz zugesprochen.

Quelle: Aftonbladet 16.02.2009

Angriff von verrücktem Wildschwein

Ein Jäger von Östansjö in Hallsbergs Kommune und sein preisbelohnter Hund Tina war draußen im Wald, um ein angeschossenes Wildschwein aufzuspüren. Aber es kam anders, als der Hund vor dem Wildschwein stoppte ging dieses zum Angriff über und nahm die Jagd auf den Jäger und seinen Hund auf. Alles ging so schnell, dass der Jäger nicht einmal das Gewehr hoch brachte. Zuerst kam der Hund aus dem Wald und danach das Wildschwein. Das 200 Kilo schwere Riesenschwein lief direkt auf den Jäger zu und stieß ihn zu Boden. Ein schwer verletztes Wildschwein kann gefährlich werden und man sollte Respekt haben. Doch diese unangenehme Begegnung hinderte die beiden nicht, am nächsten Tag wieder in den Wald zu gehen. Der Hund spürte das Wildschwein auf und der Jäger bekam diesmal ein gutes Stelldichein.

Quelle: Expressen 13.02.2009

Schwedische Reichsbank senkt Leitzins auf 1 Prozent

Die schwedische Reichsbank senkte heute Morgen den Leitzins von 2 auf 1 Prozent. Das ist der niedrigste Zinssatz seit Beginn der Aufzeichnungen der schwedischen Zinspolitik im Jahr 1907. Als Grund für die Zinssenkung nannte die Zentralbank die weiterhin schlechte Lage der schwedischen Wirtschaft. Der Export und die Ordereingänge sind weiter stark gefallen. Die Direktion der Reichsbank glaubt an eine Deflation. Das Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird um 1,6% schrumpfen, die Arbeitslosenzahl wird dieses Jahr auf 8 Prozent und 2010 auf 9 Prozent steigen. Der Konsumpreisindex (KPI) wird um 0,5 Prozent fallen. Erst 2010 kommt die Inflation zurück und der KPI könnte um 1,6 Prozent steigen. Das Ziel der Reichsbank sei, die Inflation auf 2 Prozent zu halten. Eine weitere Zinssenkung sei deshalb in den nächsten Monaten nicht ausgeschlossen.

Quelle: DN 11.02.2009

Finanzamt will geheime Internetseiten stoppen

Die Frage, wie viel der Chef verdient, stellt man in Schweden am liebsten nicht direkt. Die Antwort bekommt man mit nur einigen Mausklicks auf dem Computer. Immer mehr Schweden wenden an sich an Netzdienste, wie z. B. www.extrakoll.se, die Daten der schwedischen Bevölkerung, vom Geburtstag bis zum Lohn, gegen eine kleine Gebühr enthüllen. Aber nun will das Finanzamt die heimlichen Kontrollen stoppen. Generaldirektor Essens Sjöstrand forderte die Regierung auf, das Regelwerk des schwedischen Öffentlichkeitsprinzips zu überarbeiten. Die moderne Technik hat das Sammeln von privaten Informationen über das Internet zu einfach gemacht.

Quelle: Aftonbladet 09.02.2009

Ford will Volvo nach China verkaufen

Der amerikanische Autokonzern Ford will sein Tochterunternehmen 'Volvo Personenwagen' an den chinesischen Autobauer Geely verkaufen. Experten behaupten, dass der Preis für Volvo wesentlich niedriger sein soll als der, den Ford 1999 für die börsennotierte Gesellschaft zahlen musste. Die Gespräche zwischen Ford und Geely befinden sich seit Dezember im fortgeschrittenen Stadium.

Quelle: Bloomberg News 05.02.2009

Daunenfedern an lebenden Tieren gerupft

Daunenfedern sind ein populäres Material in Decken, Kissen und Jacken. Aber wer weiß woher die Daunenfedern kommen und wie sie produziert werden? Der schwedische TV-Sender "TV 4" ist mit versteckter Kamera in Ungarn einem Daunenpflückerteam auf die Spur gekommen, die Daunen von lebenden Gänsen ernten. Diese, für die Tiere schmerzhafte Prozedur, reißt bei einigen Vögeln große Wunden, die die Daunenpflücker vor Ort ohne Betäubung mit Nadel und Faden zunähen. Den Gänsen kann man bis zu viermal in ihrem kurzen Leben die Daunen ausreißen. Das erste Mal, wenn die Tiere acht Wochen alt sind, dann jeweils nach weiteren sechs Wochen. Nach dem Schlachten werden sie dann zum fünften Mal gerupft.

Die am 1. Februar im schwedischen Fernsehen ausgestrahlte TV-Reportage "kalt fakta", mit den vor Schmerzen schreienden Gänsen, löste einen buchstäblichen Proteststurm aus, gefolgt von Boykottaufrufen von Tierschutzorganisationen und vielen Privatpersonen aus ganz Skandinavien. Die Anbieter von Daunenware, von Åhléns, Ikea, H&M und Fjällräven bis hin zum Dänischen Bettenlager, reagierten sofort und versprachen, in Zukunft nur noch Daunenprodukte von nachweislich toten Vögeln anzubieten. Aber es ist sehr schwer eine Garantie dafür zu bekommen, weil die Flaumfedern von der Farm über die Wäscherei, Großhändler, Lieferant, und Boutique bis zum Konsumenten viele Zwischenstationen einlegen. Es gibt, gemäß "kalt fakta", drei große Daunenproduzentenländer: Polen, Ungarn und China. Das ernten von Daunenfedern an lebenden Vögeln ist in der EU verboten.

Bilder von der Tierquälerei

Quelle: Expressen 04.02.2009

Verteidigung wird verändert

Heute baut die schwedische Verteidigung auf Wehrpflicht. Das könnte in Zukunft anders werden. Jeder der heute einberufen wird, kann den Wehrdienst nicht ablehnen, so steht es im Gesetz. Der Oberbefehlshaber der schwedischen Streitkräfte, Håkan Syrén, will das System allerdings ändern. Er will Soldaten, die bei einer Krise schnell ausrücken können. Dazu braucht er Berufssoldaten, die den Job freiwillig tun und besser bezahlt werden. Håkan Syrén machte diesen Vorschlag um mehr Geld zu sparen. Die Regierung hatte beschlossen, dass das Militär sparen müsse. Um das zu schaffen, müssen Schwedens Streitkräfte um ein Drittel schrumpfen und einige Regimente abgebaut werden. Welche geschlossen werden ist noch unklar.

Quelle: 8Sidor 02.02.2009

Box-Idol Ingemar Johansson gestorben

Am Samstag verstarb der ehemalige Boxweltmeister im Schwergewicht, der Schwede Ingemar Johansson, im Alter von 76 Jahren in einem Pflegeheim der Kleinstadt Onsala, südlich von Göteborg. Johansson litt seit längerem an Alzheimer. Seine Tochter gab an, dass ihr Vater "friedlich eingeschlafen" sei.

Für Millionen Menschen bleibt der Kampf des Schwergewichts-Champion, genannt Thors Hammer, am 26. Juni 1959 im New Yorker Yankee Stadium gegen Titelverteidiger Floyd Patterson (USA) unvergessen. Auch Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt würdigte den Verstorbenen als einen der größten Sportler in Schwedens Geschichte. Die Popularität des schwedischen Box-Idols im eigenen Land ist mit der von Max Schmeling in Deutschland vergleichbar.

Quelle: Expressen 01.02.2009

Rekordverlust bei SAS

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS gibt den größten Verlust in seiner Geschichte bekannt. 2008 musste SAS einen Verlust von 4 Milliarden Kronen abschreiben. Die halbstaatlich in Dänemark, Norwegen und Schweden betriebene Luftverkehrsgesellschaft hat am Freitag ihre angeschlagene Tochtergesellschaft Spanair an ein spanisches Investorenkonsortium für einen symbolischen Euro verkauft. SAS will sich zukünftig auf den nordeuropäischen Markt konzentrieren. Spanair hatte im letzten Jahr einen Verlust von 1,3 Milliarden Kronen Euro gemacht. Durch die schwache Nachfrage im Flugverkehr wird SAS gezwungen, ein Sparpaket aufzulegen. Das Gehalt der SAS-Piloten wird auf 600.000 Kronen gesenkt. Für das Kabinenpersonal wird der Lohn ebenfalls gesenkt bzw. eingefroren. Durch die gesenkten Löhne will die Fluggesellschaft 1,5 Milliarden Kronen einsparen. Aber die Gesellschaft muss laut SAS-Chef, Essens Jansson, weitere 2,5 Milliarden Kronen einsparen. Wie das gehen soll, wird am 3 Februar bekannt gegeben. Spekulationen um ein eventuelles Zusammengehen mit der Lufthansa oder Air France–KLM wurde bisher nicht bestätigt.

Quelle: SvD 01.02.2009

 

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