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Nachrichten aus Schweden - Januar 2016

Aktuelle Nachrichten

Archiv: 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017

 

Papst Franziskus kommt nach Schweden

Laut einer Pressemitteilung von der katholischen Diözese von Stockholm kommt Papst Franziskus am 31. Oktober 2016 zum Reformationstag in das protestantische Schweden. Der Papst wird an der gemeinsamen ökumenischen Feier zum 500. Gedenktag der Reformation in Lund teilnehmen. Dieses außergewöhnliche Treffen der römisch-katholischen Kirche zusammen mit der Lutherischen Kirche soll eine gemeinsame Mission sein, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden, schreibt Antje Jackelén, Erzbischöfin der schwedischen Kirche. Der Papstbesuch in Schweden ist der erste seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II im Juni 1989.

25.01.2016

Stockholm bekommt 5G Mobilfunknetz im Jahr 2018

Der schwedisch-finnische Telekommunikationsbetreiber TeliaSonera und der schwedische Telekommunikationsriese Ericsson haben angekündigt, dass Stockholm und Tallinn in Estland die ersten Städte in der Welt sein werden, die im Jahr 2018 an die neue drahtlose Mobiltechnologie 5G angeschlossen werden. 5G wird wahrscheinlich viele neue Dienste und Anwendungen als Ergebnis mit sich bringen. Dies könnten Dinge wie selbstfahrende Fahrzeuge oder Roboter in Minen sein, die eine sehr geringe Latenzzeit erfordern, die die aktuelle Infrastruktur nicht liefern kann. Die neue Technologie wird auch eine viel höhere Bandbreite mit bis zu 10.000 MBit/s haben. Für eine landesweite Einführung wird es allerdings noch bis 2022 dauern. Schweden ist schon seit langem ein Pionier in High-Tech unter den EU-Mitgliedstaaten, es ist das führende Land der Innovation. Schweden ist einer von Europas Top drei in Forschung und Entwicklung.

24.01.2016

Schwedische Museen werden kostenlos

Bereits im letzten Herbst versprach die schwedische Regierung die Eintrittsgelder in nationalen Museen abzuschaffen. Jetzt meldet die Fernsehsendung Kulturnyheterna, dass der Besuch in vielen staatlichen Museen kostenlos wird. Gewöhnlich bezahlt ein Erwachsener 80 bis 150 Kronen Eintrittsgeld. Der Großteil der Museen befindet sich in Stockholm, aber auch das Weltkulturmuseum in Göteborg, das Flugwaffenmuseum in Linköping und das Museum für Moderne Kunst auf Skeppsholmen haben ab Februar freien Eintritt. Zur Finanzierung der Reform schießt die Regierung 80 Millionen Kronen in die Museen.

22.01.2016

Ein Mann schoss aus Versehen zwei Schwäne

Im Herbst letzten Jahres erschoss ein Jäger auf der Gänsejagd zwei Schwäne. Nun ist er wegen Jagdvergehen verurteilt worden. Eine Schar von Gänsen zog über das Jagdgebiet bei Herrestad. Der Mann schoss, aber sofort war klar, dass er zwei Jungschwäne traf. Einer fiel auf den Platz, während der zweite auf ein Nachbargrundstück fiel. fiel in ein Nachbargrundstück, wo ein Zeuge den Schwan tötete und die Polizei verständigte. Der Jäger hat das Jagdvergehen und wurde zu 50 Tagessätzen verurteilt, das entspricht 3.500 Kronen.

17.01.2016

Neue Reformen für mehr Wachstum

Heute präsentierte die schwedische Regierung die Reformen und Investitionen für die Beschleunigung des Wohnungsbaus. Man schätzt, dass bis zum Jahr 2025 über 700.000 neue Wohneinheiten benötigt werden. Die Bauvorschriften sollen vereinfacht und die Zeit von der Idee bis zum fertigen Haus verkürzt werden. Außerdem will Schweden in neue Arbeitsplätze investieren, eine neue Exportstrategie anschieben und einen besseren Zugang zu Risikokapital für kleine und mittlere Unternehmen schaffen, sowie in eine neue Bildungsinitiative mit mehr als 50.000 neuen Ausbildungsplätze investieren, so dass mehr Menschen einen Job bekommen können. Es ist eine Chance für mehr Wachstum. In diesem Jahr sollen auch die Lehrergehälter angehoben werden und die Klassen in den Grundschulen verkleinert werden.

13.01.2016

Flüchtlinge versuchten die Öresundbrücke zu Fuß zu überqueren

In weniger als einer Woche kam es zu zwei ähnlichen Vorfällen an der Öresundbrücke - fünf Personen wurden von der Polizei angehalten, als sie auf der Autobahn in Richtung des Öresundtunnels zu Fuß unterwegs waren. Die schwedische Polizei sagte, dass die fünf Asylsuchenden scheinbar den Versuch unternahmen, die Öresund-Brücke zu Fuß zu überqueren, um Schwedens neue Ausweiskontrollen zu umgehen. Die dänische Polizei bestätigte, dass alle fünf, ein Erwachsener und vier Minderjährige, zuvor in Dänemark Asyl beantragt hatten. Sie wurden zurück in das Flüchtlingslager gebracht, von wo sie herkamen.

11.01.2016

So viele Schweden sind 2015 ausgewandert

In der letzten Zeit reden viele darüber, wie viele Menschen nach Schweden kommen, aber nur wenige über die, Schweden verlassen. 2015 war ein Rekordjahr für die Auswanderung aus Schweden. In der Mitte der 1800er Jahre bis 1930 verließen jährlich wegen Hunger und Armut bis zu 50.000 Menschen Schweden und zogen für ein besseres Leben nach Amerika. Im letzten Jahr wanderten laut einer amtliche Statistik 51.237 schwedische Bürger aus, einschließlich der im Ausland geborenen Einwohner. Schweden ist auch heute noch ein Auswanderungsland. Die meisten gehen in die Vereinigten Staaten oder nach Großbritannien. Es gibt allerdings erstaunlich wenig Wissen darüber, was die Gründe für eine Auswanderung sind.

08.01.2016

Algen werden als sind klimafreundliche Rohstoffe angebaut

Bei dem Forschungsprojekt "Seafarm" der Universität Göteborg wird entlang der Küste von Bohuslän Zuckertang angebaut. Diese Braunalgenart aus der Ordnung der "Laminariales" bietet klimafreundliche Rohstoffe für die Industrie. Im Mai letzten Jahres haben Mitarbeiter von Seafarm in einem Versuchsanbau bei den Koster-Inseln bereits 75 Tonnen Zuckertang geerntet. Als die Algen an Seilen platziert wurden waren es nur wenige Millimeter lange Pflanzen. Bei der Ernte, sechs Monate später, waren sie auf fast zwei Meter angewachsen. Das schwedische Forschungsteam von Seafarm glaubt durch den großflächigen Anbau von Braunalgen größere Mengen an Lebensmittel und Futtermittel zu erhalten und gleichzeitig bei der wachsenden Bevölkerung die menschlichen Emissionen von Kohlendioxid zu reduzieren. Makroalgen ernähren sich von Kohlendioxid und Sonnenlicht. Darüber hinaus fungieren sie als Kleinkläranlagen, weil sie Stickstoff und Phosphor aufnehmen. Aber die Biomasse kann für weit mehr als Lebensmittel verwendet werden. Dazu gehören klimafreundliche Chemikalien, Biogas und Dünger, die nicht zu steigenden atmosphärischem Kohlendioxid beitragen. Das Ziel von Seafarm ist es eine integrierte Bioraffinerie zu bauen, wo in einer Fabrik alles produziert werden kann, von Lebensmitteln bis hin zu Dünger. Das Algenprojekt Seafarm hat bisher 76 Millionen Kronen in Form von Zuschüssen aus verschiedenen Forschungsstiftungen erhalten.

04.01.2016

100.000 schwedische Haushalte brauchen neue Fernseher

Bei den terrestrischen TV-Kanälen werden die Frequenzen geändert, um für den Ausbau des Mobilfunknetzes Platz zu machen. Nach einem Beschluss der Regierung wird das gesamte 700 MHz-Band für mobiles Breitband bereitgestellt, um eine verbesserte Netzabdeckung und bessere Kapazitäten für mobiles Breitband zu erhalten. Dadurch könnten ca. 100.000 schwedische Haushalte gezwungen werden, sich ein neues TV-Gerät oder eine neue TV-Box zu kaufen. Laut einem Pressereferenten vom Funknetzbetreiber Teracom kann man derzeit noch nicht genau sagen, welche Zuschauer davon betroffen sind. Aber um sicher zu sein, dass man alle Kanäle nach der Umstellung sehen kann, sollten man einen Fernseher haben, der DVB-T2-Sendungen empfangen kann. Alte Fernseher, die vor Oktober 2010 gekauft wurden, können diese Technologie nicht verarbeiten. Die Umstellarbeiten werden im April in Norrbotten beginnen und voraussichtlich im April 2017 in Skåne abgeschlossen werden.

02.01.2016

Dies ändert sich im neuen Jahr

2015 war ein Jahr vieler Krisen und diese werden im neuen Jahr weiterhin die Wirtschaft charakterisieren. Die Flüchtlingskrise wird 2016 das beherrschende Thema bleiben – und damit auch die Sicherheitspolitik. Durch die Flüchtlingswelle und die finanzielle Unsicherheit wird auch Schweden gezwungen, nach neuen Lösungen zu suchen. Das Szenarium der Einwanderungsbehörde für das Jahr 2016 ist, dass viele weitere Flüchtlinge nach Schweden kommen werden. Aber die zuständigen Behörden sind nicht in der Lage, mit einer solchen Situation fertig zu werden. Behörden und Gemeinden sind nun gezwungen, sich auf die Politik zu verlassen, den Flüchtlingsstrom nach Schweden zu stoppen. Die schwedische Einwanderungsbehörde prognostiziert für das kommende Jahr 170.000 neue Asylsuchende, darunter 33.000 unbegleitete Kinder. Sollte dieses Szenario auftreten, ist Schweden größtenteils völlig unvorbereitet. Es wäre eine große Herausforderung für die schwedische Gesellschaft mit viel zu wenigen freien Wohnungen, zu wenig Betreuungspersonal für die unbegleiteten Kinder sowie der Kapazität des Schulsystems. Die schwedische Regierung hat in einem Berichtigungshaushaltsplan für dieses Jahr 11 Milliarden Kronen für die Handhabung der Flüchtlingssituation bereitgestellt. Das meiste davon ist eine temporäre Unterstützung der lokalen Behörden und der Zivilgesellschaft, um mit der aktuellen Flüchtlingssituation umgehen zu können.

Schweden hat ein großes Defizit von 75 Mrd. SEK. Das erfordert sowohl Sparmaßnahmen als auch Steuererhöhungen, um die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen zu gewährleisten.

  • Die Regierung ist der Auffassung, dass die derzeitige Situation mit der großen Zahl von Flüchtlingen in einer relativ kurzen Zeit für das Land eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Ordnung und innere Sicherheit darstellt. Es werden deshalb ab dem 4. Januar temporäre Grenzkontrollen an den Binnengrenzen eingeführt, um die Einreise von Flüchtlingen abzubremsen.  Die Regierung ist der Ansicht, dass es notwendig ist, weitere Handlungsmöglichkeiten zu erstellen, die bei Bedarf für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der inneren Sicherheit eingesetzt werden. Dies wird getan, um eine Atempause zu bekommen und die Leistungsfähigkeit des schwedischen Empfangssystem zu verbessern und die Grundfunktionen der Gesellschaft sicherzustellen.

  • Zur Bewältigung der erhöhten Anzahl von Asylsuchenden hat die schwedische Regierung das Planungs- und Baugesetz und die Anforderungen an die Planung und Bauordnung vereinfacht. Die Änderungen zielen darauf, dass von einzelnen Regelungen des Bauplanungsrechtes für einen befristeten Zeitabschnitt abgewichen werden kann, um die Unterbringung von Flüchtlingen sicherzustellen.

  • Durch höhere Besteuerung von Zinseinnahmen sollen sich die Steuereinnahmen im Jahr 2016 um zwei Milliarden Kronen erhöhen.

  • Hauseigentümer erhalten für Reparaturarbeiten, Renovierungen sowie Umbauarbeiten ab 2016 nur noch 30 statt wie bisher 50 Prozent Steuerabzug. Der Höchstbetrag bleibt weiterhin bei 50.000 Kronen pro Privatperson und Kalenderjahr.

  • Beiträge für die private Altersvorsorge kann ab diesem Jahr in Schweden nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden.

  • Spenden an gemeinnützige Organisationen können Privatpersonen in Zukunft nicht mehr von der Einkommensteuer absetzen.

  • Beim Elterngeld wird in Schweden ein so genannten dritter  "Vater-Monat" eingeführt. Dies bedeutet, dass von den summarisch 480 Tagen Elternzeit pro Kind jetzt 90 Tage nicht dem anderen Elternteil überlassen werden darf.

  • Höhere Besteuerung von Kraftstoffen soll die Treibhausgasemissionen aus dem Straßenverkehr vermindern. Daher wird die Energiesteuer auf Benzin um 0,44 Kronen pro Liter und auf Dieselkraftstoff um 0,48 Kronen pro Liter erhöht. Die Energiesteuer auf flüssige Biokraftstoffe soll entsprechend angepasst werden. Im Zusammenhang mit dieser Erhöhung wird auch die Energie- und Kohlendioxidsteuer auf Benzin und Dieselkraftstoff unter Berücksichtigung der Entwicklung des BIP pro Jahr geändert. Nachhaltige Biokraftstoffe waren bis jetzt von der Energie- und Kohlendioxidsteuer vollständig befreit. Damit E85 und Ethanol-Mischungen nicht überkompensiert werden, wird diese Steuerermäßigung reduziert. Dies soll die Steuereinnahmen um 4,14 Milliarden Kronen im Jahr 2016 erhöhen.

  • Sonderregeln für die Steuerbefreiung für in Windparks erzeugte elektrische Energie wird eingeschränkt und mit den Regeln koordiniert, die bei anderen erneuerbaren Energien gelten. Mit dieser Maßnahme wird erwartet, dass sich die Steuereinnahmen von derzeit 47 Millionen Kronen auf 94 Millionen Kronen erhöhen.

  • Die Regeln der Investitionsabzüge werden an die neuen Leitlinien der Kommission für staatliche Beihilfen zur Förderung von Investitionen bei Risikofinanzierung angepasst werden. Diese Änderung soll die Steuereinnahmen um 17 Millionen Kronen pro Jahr erhöhen.

  • Ab dem 1. Januar 2016 müssen alle Schweine in Schweden vor der Kastration betäubt werden. Bereits vor zehn Jahren wurden über 12.000 Unterschriften gegen die unbetäubte Kastration an den damaligen Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson übergeben. Am 27. April 2011 hat das Parlament ein Gesetz gegen unbetäubte Kastration von Ferkeln erlassen, dass ab dem 1. Januar 2016 wirksam wird. Beim Verzehr von Schweinefleisch wird der durch das Steroidhormon hervorgerufene, urinähnliche Ebergeruch von den Verbrauchern als abstoßend empfunden. Tatsächlich gibt es eine bessere Möglichkeit in Form von Arzneimitteln bzw. Hormonbehandlungen. Die Impfung gegen Ebergeruch (Immunokastration) ist aus Tierschutzgesichtspunkten die beste Alternative zur Kastration. Gemäß der so genannten Brüsseler Erklärung von 2010, die eine freiwillige Vereinbarung ist, soll die chirurgische Kastration von Schweinen bis zum Jahr 2018 vollständig eingestellt werden.

  • Die Provinz Stockholm ist eine wachsende Region in der die Bevölkerung jedes Jahr um 35.000 bis 40.000 Einwohner wächst. Das bedeutet natürlich auch mehr Verkehr und mehr Staus. Die City-Maut trägt dazu bei, dass sich der Verkehr vermindert und die Umwelt verbessert. Aus diesem Grund wird die City-Maut in der Innenstadt von Stockholm ab dem 1. Januar erhöht, und auf den Autobahnabschnitt "Essingeleden" (E4/E20) ausgeweitet, sowie der Maximalbetrag pro Kraftfahrzeug und Tag von 60 auf 105 Kronen erhöht. Durch diese Maßnahmen sollen die Einnahmen von derzeit 900 Millionen Kronen um etwa 650 Millionen Euro steigen.

  • Aber es ist gibt in diesem Jahr nicht nur Steuererhöhungen. Am 1. Januar 2015 wurde die Steuer auf Zigaretten, Zigarren und Pfeifentabak um 6 Prozent erhöht. Nun werden die Steuern auf alle Tabakerzeugnisse um 0,44 Prozent gesenkt. Das Grundniveau des Elterngeldes wird von 225 auf 250 Kronen pro Tag erhöht. Gleichzeitig können sich Eltern freuen, dass sie für ihre Kinder unter 18 Jahren keine Zuzahlungen für Medikamente mehr haben. Bisher mussten die Eltern die Kosten bis zu einer Obergrenze von 2.200 Kronen pro Jahr bezahlen. Und für Senioren mit Einkommen bis zu 20.000 Kronen wird es eine Steuersenkung geben.

Wichtige Gesetze und Verordnungen zum Jahreswechsel 2015/2016 (auf Schwedisch)

01.01.2016

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