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Ingrid Bergman  (1915 - 1982)

Ingrid BergmanDie nach Greta Garbo wohl berühmteste schwedische Filmschauspielerin, Ingrid Bergman, scheint, zumindest nicht auf den ersten Blick, ins Bild der "typischen" Schwedin zu passen. Sie verließ Schweden bereits zu Beginn ihrer Karriere. Ähnlich wie Greta Garbo sah Ingrid Bergman in ihren ersten Filmen aus wie ein süßes Mädchen mit viel Babyspeck. Ingrid Bergman genoss gern den gesellschaftlichen Rummel. Wie ihr einstiger Presseberater Joseph Henry Steele schrieb, war Ingrid Bergman "eine starke Frau auf der Suche nach einem noch stärkeren Mann".

Ingrid Bergman heiratete 1937 den Zahnarzt Petter Lindström. Sie bekamen im selben Jahr die gemeinsame Tochter Pia.

Als Ingrid Bergman im Jahr 1939 für den Film Intermezzo in die USA geholt wurde, konnte die junge Schwedin das amerikanische Publikum vor allem durch ihre Natürlichkeit für sich einnehmen.

Als 1950 bei den Dreharbeiten zu dem italienischen Film "Stromboli" Gerüchte über ein Liebesverhältnis mit Regisseur Roberto Rosselini kursierten und Ingrid Bergman dann Mutter eines unehelichen Kindes wurde, ging ein Sturm der Entrüstung durch das puritanische Amerika. Ihre Hollywood-Karriere erlitt durch die von ehrlicher Abscheu für derlei Sittenverfall getragene Kampagne moralisierender Frauenvereine einen empfindlichen Knick. Damals galt gerade Ingrid Bergman in den USA als das Musterbeispiel eines glücklich verheirateten Stars. Nach ihrer Scheidung von ihrem Mann, einem schwedischen Arzt, und der Heirat mit Roberto Rosselini stellte sich aber heraus, dass die künstlerische Zusammenarbeit zwischen den beiden nicht funktionierte. So scheiterte auch diese Ehe.

Ingrid Bergmans gewinnendes Lächeln, ihre Warmherzigkeit, ihre Lebensfreude begeisterten das Publikum. Dabei ist ihr Leinwand-Image alles andere als eindeutig – da findet sich durchaus eine "Madame Jekyll" neben der "Sister Hyde". Es ist bezeichnend für die Bergman, dass sie bei der "Dr. Jekyll and Mr. Hyde"-Verfilmung von Victor Fleming (1941) darauf bestand, die Rolle des Straßenmädchens Ivy zu spielen, das von Hyde verführt und dann ermordet wird. Für diese Rolle war Lana Turner vorgesehen, während Ingrid Bergman die sanfte Verlobte von Dr. Jekyll spielen sollte. Indem sie sich gegen das "Goody-Goody-Heldinnen-Klischee" wandte, wie sie es nannte, setzte Ingrid Bergman ihren Kopf durch, und der Vamp Lana Turner spielte die brave Verlobte.

In ihren frühen schwedischen Filmen verkörperte Ingrid Bergman noch das gesunde, strahlende, saubere Mädchen mit robustem Naturell. Bei ihrem Leinwanddebüt in "Munkbrogreven" (Der Graf von der Mönchsbrücke) im Jahre 1934 war sie 19 Jahre alt und kam gerade von der Schauspielschule. In "Intermezzo", 1936 von dem schwedischen Regisseur Gustaf Molander inszeniert, spielte sie eine idealistische junge Pianistin, die ihre erste Liebe erlebt. Und in dem Kult-Klassiker "Casablanca" (1942) widersteht sie als kluge und tugendhafte Frau sogar Humphrey Bogart.

Aber oft spielte sie auch frivole Figuren – Abenteurerinnen und manchmal richtige Flittchen: in "Spiel mit dem Schicksal" (1944) von Sam Wood zum Beispiel oder in "Berüchtigt" (1946) und "Sklavin des Herzens" (1949), beide von Alfred Hitchcock. Und dann ist sie wieder "Johanna von Orleans" (1948) oder "Anastasia" (1956). In den späteren Jahren ihrer Karriere stellte sie wiederholt ihr Talent als Komödiantin unter Beweis, in Filmen wie "Der gelbe Rolls Royce" (1964), "Die Kaktusblüte" (1969) und "Mord im Orient-Express" (1974), wo sie für ihre wundervolle Nebenrolle als spinnerte schwedische Missionarin ihren vierten Oscar bekam.

Die Arbeit der Star-Schauspielerin mit dem Star-Regisseur Ingmar Bergman in dem düsteren Film "Herbstsonate", in dem Ingrid Bergman 1978 zum zweiten Mal in ihrem Leben eine Konzertpianistin spielt, bildet den Abschluss einer 46 Filme, zehn Bühnenstücke und vier Fernsehspiele umfassenden Karriere.

 

 

Weiterführende Links zum Thema: Ingrid Bergman

http://de.wikipedia.org/wiki/Ingrid_Bergman

http://www.ingridbergman.com

 

 

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