Schwedisch Deutsch


Deutsch Schwedisch

Groß- und Kleinschreibung

Die Großschreibung im Deutschen dient einerseits der Kennzeichnung von Satzanfängen, Eigennamen und Ausdrücken der Ehrbietung und andererseits zur Markierung von Substantiven.

Großschreibung allgemein

  • Ein Wort, das eigentlich kein Substantiv ist, wird als Substantiv gebraucht und daher mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben, z. B. der Alte, beim Lesen, ein Hoch. In dieser Fallgruppe bleibt alles beim Alten.

  • Auf der anderen Seite war in einigen Fällen kleinzuschreiben, obwohl erkennbare Merkmale für einen substantivischen Gebrauch vorzuliegen scheinen, z. B. aufs neue, des weiteren, im einzelnen. In dieser Fallgruppe gibt es eine Reihe von Änderungen mit der Folge vermehrter Großschreibung.

  • Nicht zuletzt gab es den Wechsel zwischen Groß- und Kleinschreibung von einerseits konkretem und andererseits von übertragenem Gebrauch: Wir gingen im Dunkeln nach Hause (konkreter Gebrauch). Bei der Lösung dieses Problems tappten wir lange im dunkeln (übertragener Gebrauch). In diesem Fall ist die unterschiedliche Schreibung zugunsten genereller Großschreibung aufgehoben worden.

Großschreibung am Satzanfang

Nach dem Doppelpunkt muss künftig nicht mehr zwischen angekündigten und folgernden Sätzen unterschieden werden, d. h. es wird stets großgeschrieben: Beachten Sie den folgenden Hinweis: Die Bänke sind frisch gestrichen! - Die Regel lautet: Würfelt man eine Sechs, dann...

Großschreibung der Anredepronomen in Briefen usw.

Um Missverständnisse auszuschließen, ist die Großschreibung des Anredepronomens Sie auch weiterhin obligatorisch: Sehr geehrte Frau Schmitz, wie Sie schon erfahren haben, möchten wir Ihnen und Ihren Angehörigen anbieten,...

Da vergleichbare Missverständnisse im singularischen Gebrauch nicht auftreten können und zudem bei Personen, die man duzt, eine besondere Ehrerbietung durch Großschreibung nicht erforderlich ist, soll in diesen Fällen künftig kleingeschrieben werden: Liebe Beate, herzlichen Dank für deinen Brief und für das Foto, auf dem du und deine Katze zusammen mit euren Nachbarn abgebildet seid...

Großschreibung der Eigennamen

Einfache Eigennamen, z. B. Vornamen oder Nachnamen sind - grammatikalisch gesehen - Substantive bzw. Nomen. Sie werden entsprechend der Regel, die für Substantive gilt, mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben.

Mehrteilige Eigennamen können auch Wörter anderer Wortarten enthalten, vor allem Adjektive, für die in gleicher Weise die Großschreibregel gilt, wie z. B. der Schiefe Turm (von Pisa), der Nahe Osten, die Schweizerischen Bundesbahnen.

Bisher wurden - mit Folgen für die Groß- und Kleinschreibung - die eigentlichen Eigennamen, d. h. Namen für individuell vorkommende Lebewesen, Gegenstände oder Sachverhalte, häufig nicht deutlich genug getrennt von begriffsähnlichen Bezeichnungen. So finden sich in der herkömmlichen Rechtschreibung nebeneinander Fälle wie die schwarze Liste, das Schwarze Brett, der erste April, der Erste Mai, die erste Geige (spielen), die Erste Hilfe. In derartigen Fällen wird künftig das Adjektiv normalerweise kleingeschrieben. Großschreibung soll hier nur noch in folgenden (bisher auch schon nahezu durchgängig so gehandhabten) Fällen gelten:

Titel (z. B. Erster Vorsitzender, Regierender Bürgermeister),

Tier- und Pflanzenarten in der Biologie (z. B. Roter Milan, Schwarzer Holunder),

besondere Kalendertage (wie z. B. Heiliger Abend, Weißer Sonntag),

historischer Ereignisse (wie z. B. der Westfälische Friede, die Französische Revolution).

In den bisher unterschiedlich geregelten Fällen fester Fügungen wird der adjektivische Bestandteil demnächst durchgehend kleingeschrieben, z. B. schwarzes Brett, italienischer Salat, blauer Brief, es sei denn, es liegt ein Eigenname vor, d. h. ein Name für ein Individuum (im weiten Sinne des Wortes), z. B. Stiller Ozean, Schwarzes Meer.

Ableitungen von Personennamen

Bei adjektivischem Gebrauch ist stets kleinzuschreiben, also das ohmsche Gesetz, der ohmsche Widerstand, platonische Schriften, platonische Liebe; bei Setzen eines Apostrophs zur Betonung des Namens ist der Namenteil aber großzuschreiben: das Ohm’sche Gesetz, die Grimm’schen Märchen.

Großschreibung von Substantivierungen

Tageszeitangaben nach den Adverbien vorgestern, gestern, heute, morgen, übermorgen werden zukünftig großgeschrieben, z. B. heute Morgen, gestern Abend.

Substantivierte Adjektive in festen Wendungen werden in Zukunft nur noch groß geschrieben, z. B. das Weite suchen, zum Guten wenden, zum Besten geben, auf dem Trockenen sitzen, im Dunkeln tappen, nicht das Geringste.

Generelle Großschreibung gilt auch für adverbiale Wendungen folgenden Typs: von Weitem, vor Kurzem, ohne Weiteres, im Allgemeinen, im Folgenden, im Verborgenen, um ein Beträchtliches (Präposition + Adjektiv); des Langen und Breiten, des Öfteren, des Näheren (adverbiale Genitive + Artikel).

Paarformeln mit nicht deklinierten Adjektiven zur Bezeichnung von Personen werden einheitlich großgeschrieben: Arm und Reich, Jung und Alt, Gleich und Gleich (gesellt sich gern).

Substantive werden auch in festen Fügungen großgeschrieben, z. B. außer Acht lassen, in Acht nehmen, mit Bezug (auf), in Bezug (auf), Rad fahren, Recht sprechen, Recht haben.

Zum Inhaltsverzeichnis

 

Sitemap