Schwedisch Deutsch


Deutsch Schwedisch

Die neue deutsche Rechtschreibung

Laut-Buchstaben-Zuordnungen

Die Regeln der neuen Rechtschreibung im Bereich der Laut-Buchstaben-Zuordnung zielen darauf ab, auf der Grundlage des Stammprinzips dafür zu sorgen, dass in möglichst allen Wörtern einer bestimmten Wortfamilie der gleiche Wortstamm geschrieben wird. Dabei ist maßgebend, ob ein bestimmtes Wort heutzutage zu einer bestimmten Wortfamilie gehört oder nicht.

Die s-Schreibung

Das Stammprinzip gilt auch für die Schreibung von ss, das grundsätzlich nach einem kurzem Vokal geschrieben wird. Nach der Neuregelung gilt, dass nach kurzem Vokal generell ss zu schreiben ist, z. B. Fluss / Flüsse, Nässe - nass, Wasser - wässrig, essen - isst, müssen / muss. In Folge dieser Regelung wird die Konjunktion jetzt dass geschrieben. Nach langem Vokal steht weiterhin ß, z. B. Fuß / Füße, Maß / Maße, Kuss / küssen.

Die Ersatzprobe:

  • Mit einfachem 's' wird geschrieben, wenn man dieses oder welches dafür einsetzen könnte, ohne dass der Satz seine Bedeutung ändert.

  • Ist dieses nicht möglich, dann schreibt man "dass".

Zusammentreffen von drei Konsonanten

Bisher galt, dass beim Aufeinandertreffen von drei gleichen Konsonanten, bei denen dem dritten ein Vokal folgte, nur zwei Konsonanten zu schreiben waren, wie z. B. in Schiffahrt, Stillegung, im Falle einer Worttrennung am Zeilenende aber: Schiff-fahrt, Still-legung usw. Bei den neuen Regeln bleiben stets alle Buchstaben erhalten, wenn in Zusammensetzungen drei gleiche Buchstaben aufeinander folgen. Die zusammengesetzten Wörter werden daher gewöhnlich mit den drei gleichen aufeinander folgenden Buchstaben zusammengeschrieben. Zur besseren Lesbarkeit dürfen solche Wörter jedoch auch mit Bindestrich zwischen den einzelnen Wörtern der Wortzusammensetzung geschrieben werden. Also: Nassschnee oder Nass-Schnee, Schritttempo oder Schritt-Tempo .

Verdoppelung des Konsonantenbuchstabens nach kurzem Vokal

In einigen wenigen Wörtern werden Konsonanten in Angleichung an Flexionsformen desselben Wortes oder an andere Wörter derselben Wortfamilie nach dem Stammprinzip verdoppelt: Ass (wegen des Asses, die Asse) Karamell (wegen Karamelle), Messner (wegen Messe), Mopp (wegen moppen), nummerieren (wegen Nummer, Tipp (wegen tippen), Tollpatsch (wegen toll). Entsprechendes gilt bei einigen Wörtern mit tz und ck, z. B. platzieren (wegen Platz), Stuckatur und Stuckateur (wegen Stuck).

Umlautschreibungen

Einige Schreibungen wurden einem schon heute verbreiteten Schreibgebrauch angeglichen: Bändel, behände, Gämse, Quäntchen, schnäuzen, Stängel, überschwänglich, verbläuen (entsprechend den Schreibungen von Band, Hand, Gams, Quantum, Schnauze, Stange, Überschwang, blau). Zwei Schreibungen existieren in folgendem Fall: aufwendig (zu aufwenden) oder aufwändig (zu Aufwand).

Weitere Fälle erhöhter Stammschreibung

Nach dem Muster von Wörtern wie grau, blau, schlau ist die Ausnahmeschreibung von rauh aufgehoben und rau zu schreiben (womit die bisher und weiterhin geltende Schreibung von Rauheit nachträglich legitimiert wird). Umgekehrt ist künftig Rohheit und Zähheit zu schreiben (wegen roh und zäh + -heit), während die Hoheit in ihrer Schreibung unangetastet bleibt. Künftig ist auch der "Heißlufttrockner" mit einem h zu schreiben, also Föhn, und zwar in Angleichung an den Föhn = "Fallwind". Dem Stammprinzip entsprechend kann neben der auch weiterhin gültigen Schreibung selbständig auch selbstständig geschrieben werden.

Sonstige Einzelfälle

Das Känguru verliert sein nicht erklärbares h und wird damit anderen Tierbezeichnungen (wie etwa Gnu und Kakadu) in der Schreibung angeglichen. Neben den Schreibungen Alptraum und Alpdrücken gelten auch Albtraum und Albdrücken.

Fremdwortschreibung

Fremdwörter können in ihrer Schreibung der deutschen Rechtschreibung angepasst werden, z. B. engl. strike - dt. Streik. Mit der Neuregelung werden einige neue integrierte Schreibungen (meistens als mögliche Nebenform) angeboten. In der folgenden Zusammenstellung wird die Vorzugsvariante an erster Stelle aufgeführt (Auszug):

ai/ä Frigidaire / Frigidär, Necessaire / Nessessär
é/ee Exposee / Exposé, Kommuniqué / Kommunikee
ée/ee Chicorée / Schikoree
-ies/-ys Pluralformen von Wörtern aus dem Englischen, die auf -y ausgehen, werden in deutschen Texten ausnahmslos nach deutschem Muster geschrieben, z. B. Baby - Babys, Hobby - Hobbys
ou/u Bravour / Bravur
c/k Bouclé / Buklee
ch/sch Chicorée / Schikoree
gh/g Ghetto / Getto (schon jetzt), Joghurt / Jogurt, Spaghetti / Spagetti
ph/f Delphin / Delfin (darüber hinaus können alle Wörter mit den Stämmen phon, phot, graph wahlweise auch fon, fot, graf geschrieben werden)
qu/k Kommuniqué / Kommunikee
rh/r Katarrh / Katarr, Myrrhe / Myrre
y/j Yacht / Jacht, Yoga / Joga
t/z Wenn Substantive auf -anz oder -enz enden, werden die entsprechenden Adjektive bevorzugt mit -zi- oder daneben auch mit -ti geschrieben, z. B. Differenz – differenziell / differentiell, Essenz – essenziell / essentiell usw.
th/t Panther / Panter, Thunfisch / Tunfisch

Fachwörter sind von der allein für die Standardsprache geltenden Neuregelung ausgenommen.

Text: Gert Egle, www.teachsam.de, CC-BY-SA 4.0

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