Schwedisch Deutsch


Deutsch Schwedisch

Zeichensetzung in der neuen deutschen Rechtschreibung

Komma vor "und / oder" und verwandten Konjunktionen

Vor und / oder war im Falle von Aufzählungen nach den bisher geltenden Regeln nur bei der Aufeinanderfolge von vollständigen Hauptsätzen ein Komma zu setzen. Bei dieser Sonderregel gab es wiederum eine Reihe von Ausnahmen. Nach der Neuregelung kann man frei entscheiden, ob man in solchen Fällen ein Komma setzen möchte (etwa um die Konstruktion durchsichtiger zu machen) oder nicht, z. B.:

  • Die Musik wird leiser(,) und der Vorhang hebt sich.

  • Seid ihr mit meinem Vorschlag einverstanden(,) oder habt ihr Einwände vorzubringen?

Komma zur Abgrenzung von Partizipial- und Infinitivgruppen

Freigestellt wird die Kommasetzung bei Partizipial- und Infinitivgruppen, wodurch sich die bisher notwendige Entscheidung erübrigt, ob es sich im fraglichen Fall um eine erweiterte (und daher durch Komma abzugrenzende) oder um eine nicht erweiterte (und daher nicht durch Komma abzugrenzende) Infinitiv- oder Partizipialgruppe handelt:

  • Sie hatten geplant(,) ins Kino zu gehen.

  • Durch eine Tasse Kaffee gestärkt(,) setzten sie die Arbeit fort.

  • Sie bot uns(,) ohne einen Augenblick zu zögern(,) ihre Hilfe an.

Um mögliche Missverständnisse auszuschließen, empfiehlt sich, in folgenden Fällen ein Komma zu setzen:

  • Ich plante(,) gestern zu euch zu kommen.

  • Ich plante gestern(,) zu euch zu kommen.

Mit der Freigabe des Kommas entfallen in diesem Teilbereich sechs bzw. fünf bisher geltende Ausnahmeregeln. Künftig wird verpflichtend nur noch dann ein Komma zu setzen sein, wenn eine Aussage durch einen Hinweis formal angekündigt oder wenn sie wieder aufgenommen wird:

  • Daran, den Job länger zu behalten, dachte sie nicht.

  • Eine Familie zu gründen, das war sein Wunsch.

Ein Komma ist auch dann zu setzen, wenn die Infinitiv- bzw. Partizipialgruppe in die Gesamtkonstruktion eingefügt wird (in welchen Fällen man anstelle der Kommas auch Klammern oder Gedankenstriche setzen kann):

Er, statt den Bedrängten zu Hilfe zu kommen, sah tatenlos zu.

Komma bei der wörtlichen Rede

Bei wörtlicher Rede galt bisher die Regel, dass nach Frage- und Ausrufezeichen kein zusätzliches Komma steht. Die Neuregelung sieht vor, dass künftig auch hier ein Komma zu setzen ist:

  • "Ich komme morgen", sagt sie.

  • "Kommst du morgen?", fragt sie.

  • "Komm bitte morgen!", bat sie.

Geht der Satz nach der wörtlichen Rede weiter, ist ebenfalls ein Komma zu setzen: Er sagte: "Ich komme morgen", und verabschiedete sich.

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