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Salix als Biobrennstoff

Um die Bioenergie aus Biofestbrennstoffen fortzusetzen wird der normale Waldbrennstoff nicht reichen. Es werden mehr Biofestbrennstoffe unter anderem aus der Landwirtschaft benötigt. Die einen sprechen vom Raps oder Mais, andere argumentieren für Hanf oder Rohrschilf. Die wohl am besten entwickelte Auswahl ist aber die Kurzumtriebsplantage auf Basis der Weide (Salix). Die Weide hat viele Vorteile für Kunden und Züchter, meinen die Agronomen. Aus dem Energiegesichtspunkt ist es vielleicht das Wichtigste, dass sie bei Normalzüchtung die zwanzigfache Energie zurückgibt, die man ihn sie hineinsteckt.

Die Weide wird in Schweden seit Anfang der 1970er Jahren gezüchtet. Doch sind die Resultate nicht immer so gut gewesen. Viele Landwirte bekamen nicht das Resultat, dass sie sich erhofften. Das Material, dass gepflanzt wurde, war nicht immer frostbeständig. Dazu wurde die Weide auf ungeeigneten Böden gepflanzt, viele Landwirte düngten zu wenig. Es gibt ganz einfach viele Erklärungen warum das Resultat zum Teil schlecht ausfiel. Trotz dieser negativen Erfahrungen gab es viele, die die Weide züchteten.

Das Interesse an dem Heizmaterial befindet sich gerade auf dem Höhepunkt. Das gilt nicht nur in Schweden sondern auch in der ganzen EU, da die Europäische Union Subventionen für den Anbau von Weiden bereitstellt. Das große Interesse erklärt sich aber auch an der zugenommenen Nachfrage von Biobrennstoffen.

Mittlerweile sind Salix-Sorten aus Sibirien mit schwedischen Pflanzen gekreuzt worden, um sie frostbeständiger zu machen. Ebenso wurde die Düngung und das Entfernen von Unkraut gerade im ersten Jahr verfeinert und optimiert. Es ist möglich aus dem Material Pellets und Briketts herzustellen.

In einem gepflegten Anbau mit guter Bodenqualität ist es möglich, 12 Tonnen Hackschnitzel pro Hektar und Jahr zu bekommen. Als Energiewert entspricht das 50 bis 60 MWh/Jahr. Mit einem Preis von 140 bis 150 Kronen/MWh ergibt das 7000 bis 9000 Kronen pro Hektar und Jahr. Davon müssen noch die Mähkosten abgezogen werden. Der Aufwand für die Ernte beläuft sich in einer Größenordnung von 35 bis 40 Kronen/MWh. Die Kosten für Anpflanzung betragen um 8000 bis 10000 Kronen pro Hektar. Diese Kosten sind allerdings einmalig. Diese Investitionskosten werden vom schwedischen Staat bezuschusst, so dass die Weide ein konkurrenzfähiger Brennstoff geworden ist. Dann kommen noch die Kosten für das Entfernen von Unkraut hinzu. Wenn man alle Kosten summiert, kann eine Salix-Plantage in 25 Jahren einen Gewinn von 100.000 Kronen pro Hektar erwirtschaften. Der kommerzielle Wert einer Feldholzplantage liegt in den niedrigen Aufwenden.

Eine gepflegte Salix-Züchtung steht in der Regel 25 Jahre und kann in dieser Zeit mindestens fünf bis sechs Mal geerntet werden. Nach 25 Jahren muss die Plantage neu angebaut werden. Der Große Vorteil ist, dass man für die Zukunft nicht gebunden ist und auf dem Feld später auch eine andere Saat anbauen kann.

Zum Düngen kann der Schlamm von den kommunalen Klärwerken benutzt werden. Salix ist besonders geeignet, die Nährstoffe von diesem Schlamm aufzunehmen. Eventuelle Schwermetalle werden mit aufgenommen. Diese können später mit richtiger Ausrüstung in den Wärmekraftwerken abgesondert werden. So kann der Schlamm umweltfreundlich verarbeitet werden, anstatt ihn auf einer Deponie zu lagern.

Salix sollte relativ konzentriert und auf guten Böden gepflanzt werden. Am besten sind die Gebiete in Skåne, die Ebenen um Västergötland und Östergötland und in gewissen Bereichen um den Mälarensee, wo der Grundwasserspiegel sehr hoch liegt. Der Anbau muss einigermaßen konzentriert in zusammenhängenden Gebieten mit guter Logistik für den Brennstofftransport stattfinden. Die Anbaufläche sollte ein Minimum von 5 Hektar haben.

Laut Statistik der schwedischen Landwirtschaftsbehörde gibt es in Schweden bereits ca. 14.600 Hektar genutzte Anbaufläche und es kommen jährlich 500 Hektar hinzu. Jeden Winter werden die Hackschnitzel von Weiden auf einer Fläche von ca. 2500 Hektar geerntet, die in 25 Wärmekraftwerken in Süd- und Mittelschweden verheizt werden. Am bekanntesten ist wohl Enköpings Wärmekraftwerk. Der größte Betreiber von Feldholzplantagen ist die Firma Agrobränsle AB in Südschweden. Anfang 2007 betrug der Anteil der Weide am Gesamtaufkommen der schwedischen Biomasse 1 Prozent.

Quelle: Energimagasinet 3/2007

 

 

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