Jagdrecht
Jeder Grundeigentümer
der mindestens 5 ha Wald besitzt, hat
das Recht, auf seinem Grund und Boden die
Jagd auszuüben. Die Jagd ist in
allen Revieren, die sich für eine Jagdausübung eignen, möglich. Die
Elchjagd ist somit eine nationale Leidenschaft ohne Klassenschranken. Vor
dem Elch, so heißt es, sind alle gleich, ohne Ansehen von Stand und
Brieftasche. Das Jagdvergnügen ist dank des leichten Zugangs zur Jagd und
der mäßigen Gebühren für Lizenz und Abschuss zum Volkssport geworden. Wenn der Grundeigentümer selbst nicht jagt, kann er das Jagdrecht ganz
oder teilweise verpachten.
Jagdgemeinschaften
Etwa die Hälfte des
schwedischen Grundeigentums gehört dem Staat oder der Privatwirtschaft Der staatliche und
privatwirtschaftliche Grundbesitz ist in den nördlichen und mittleren Teilen Schwedens am
größten. Auf dem überwiegenden Teil dieser Fläche wird das Jagdrecht an Einzelpersonen
oder Jagdvereinigungen verpachtet. In Regionen, in denen
kleinere Reviere vorherrschen, soll die Bildung von Jagdbezirken eine sinnvolle Ausübung
der Jagd gewährleisten. Aus diesem Grund schließen sich Jagdrechtinhaber kleinerer
Ländereien oftmals zusammen und bilden Jagdbezirke, die dann größere Gebiete umfassen.
Insbesondere im Hinblick auf die Elchjagd ist eine solche Zusammenarbeit notwendig, um
eine ausreichende Hege des Elchbestandes zu gewährleisten. Schließt sich ein
Grundeigentümer nicht einer Jagdgemeinschaft an, kann er den Abschuss eines
Elchkalbes beantragen. Diese Genehmigung - sofern sie erteilt wird - ist dann
allerdings auf ca. 3 Tage gleich zu Beginn der Elchjagd befristet.
Die Jäger
Von den über 300.000 Jägern des Landes sind über 190.000 freiwillig dem
Schwedischen Jagdverband angeschlossen. Zwar sind viele der schwedischen Jäger
Grundeigentümer, jedoch pachtet über die Hälfte aller Jäger ein Revier oder ist
Mitglied einer Jagdgemeinschaft, was erst die sinnvolle Ausübung der Jagd
ermöglicht. Seit 1985 müssen in Schweden alle neu hinzugekommenen Jäger eine
Jägerprüfung ablegen. Eine solche Prüfung besteht aus insgesamt fünf Teilen,
die sowohl theoretische als auch praktische Aufgaben beinhaltet. Eine solche
bestandene Jägerprüfung ist erforderlich, um die Genehmigung für den Besitz und
das Führen von Jagdwaffen zu erhalten. In Abweichung hiervon kann jedoch
ausländischen Gastjägern die Genehmigung erteilt werden, Jagdwaffen, die sie in
ihrem Heimatland besitzen, nach Schweden mitzubringen und dort zu benutzen.
Bei der Elchjagd machen es viele Jagdgastgeber zur Bedingung, an einer
Elchschießprüfung teilzunehmen. Das Mindestalter der Teilnehmer ist 16
Jahre. Bei der Prüfung wird aus 80 Meter Entfernung auf eine stehende und
eine laufende Elchscheibe in Originalgröße geschossen.
Jagdmöglichkeiten für Ausländer
In unserer Zeit suchen mehr und mehr deutsche Jäger ihr Waidmannsheil in
Schweden, sei es, dass die ständig steigende Zahl der Jagdscheininhaber in
Deutschland dem einzelnen die Chance raubt, eine Pachtjagd zu erhalten, oder
aber dass sie sich von nahezu grenzenlosen Urwaldrevieren besondere
Abenteuer versprechen. Andere wieder glauben es ihrem neuen Reichtum und
ihrer Stellung schuldig zu sein, einmal im Ausland gejagt zu haben und
vielleicht erhoffen sie dort auch leichtere Jagderfolge. Das Land der Seen
und endlosen Wälder und Moore, der Flüsse und Bäche bietet dem Auge dabei
abwechslungsreiche Bilder.
Da heutzutage alle
Jagdreviere in Schweden vergeben sind, ist es relativ schwierig, diese zu pachten. Eine große Anzahl
ausländischer Jäger wird jedoch zur Jagd in Schweden eingeladen. Dabei handelt es sich
zumeist um Repräsentationsjagden oder so genannte Austauschjagden.
"Austauschjagd"
bedeutet, dass der ausländische Jäger, der in Schweden jagen möchte, einen schwedischen
Jäger zur Jagd in sein Heimatland einlädt, um im Gegenzug - eben im Rahmen einer
Austauschjagd - in Schweden jagen zu dürfen.
Eine weitere Möglichkeit
besteht darin, als zahlender Gast an der Jagd in Schweden teilzunehmen.
Während der letzten Jahre hat sich das Angebot an Jagdmöglichkeiten für
zahlende Gäste erhöht. Immer mehr Grundbesitzer und Jagdgemeinschaften bieten ausländischen
Jägern die Möglichkeit, als zahlende Gäste an einer Jagd teilzunehmen.
Die Jagdsaisson
Jedes Jahr, wenn die ersten Frostnächte die letzten
Zugvögel in den Süden
verjagt haben, beginnt die Jagdsaison in
Schweden. Sie umfasst im wesentlichen den Herbst und den Winter (August-Februar). Der Beginn
und die Dauer der Jagdzeit für eine Wildart kann innerhalb der verschiedenen Teile
Schwedens aber beträchtlich voneinander abweichen. Es ist daher für den ausländischen
Jäger unabdingbar, über den Jagdgastgeber genau in Erfahrung zu bringen, welche
Jagdzeiten für das Gebiet gelten, in dem man zu jagen beabsichtigt.
Die Elchjagd
in Süd- und Mittelschweden beginnt in der Regel am zweiten Montag im
Oktober, und dauert ungefähr zwei Monate an. In Nordschweden beginnt sie bereits Anfang
September, wobei sie in zwei Perioden aufgeteilt ist, da sie während der Brunft zum
Monatswechsel September - Oktober nicht gestattet ist.
In sehr kleinen
Jagdbezirken ist die Elchjagd lediglich an einigen wenigen Tagen erlaubt.
Die Jagdzeit für Rehwild
ist demgegenüber vergleichsweise lang. Sie beginnt am 16. August mit der Jagd auf
gehörntragende Böcke. In Süd- und Mittelschweden ist die Jagd auf Kitze/Schmalrehe ab
1. September gestattet. Ab dem 1. Oktober ist dann die Jagd auf sämtliches Rehwild
zulässig. In Nordschweden endet die Rehwildjagd am 31. Dezember, im übrigen Schweden am
31. Januar.
Für Hasel-, Birk- und
Auerhühner beginnt die Jagdzeit am 25. August, außer in
Skåne und auf der Insel
Gotland, und endet zu unterschiedlichen Zeiten in den verschiedenen Landesteilen.
Biber kommen gebietsweise
in Mittel- und Nordschweden vor. Die Jagd auf sie ist vom 1. Oktober bis zum 10. bzw. zum
15. Mai offen. Die interessanteste Jagdzeit ist im allgemeinen von Ende April bis Anfang
Mai.
Die Jagdzeiten in Schweden
werden etwa alle drei Jahre überprüft und ggf. von der Regierung neu festgesetzt.
Es kann vorkommen, dass
ein Jagdrechtinhaber aus unterschiedlichen Gründen die festgesetzte Jagdzeit für
bestimmte Wildarten verkürzt, etwa durch einen späteren Beginn und/oder ein früheres
Ende, als es die gesetzliche Regelung vorsieht.
Die
Elchjagd ist die umfassendste und am meisten geregelte Jagd in Schweden.
Cirka 250.000 von Schwedens 300.000 Jäger jagen jedes Jahr den Elch. Darunter
sind im Jahr 2011 etwa 17.000 Frauen. Da der
Bestand in den letzten Jahren abgenommen hat sinkt die Anzahl der zum
Abschuss freigegebenen Tiere stetig.
Elchabschüsse:

Quelle: Jagareforbundet
Wo kann man
jagen
Viele ausländische Jäger
nutzen persönliche Kontakte zu schwedischen Jägern, um in Schweden zu jagen. Möchte man
zum Zweck der Austauschjagd oder als zahlender Jagdgast mit schwedischen Jägern in
Verbindung treten, empfiehlt es sich, den Weg über eine der schwedischen
Jagdzeitschriften zu gehen.
In den Jagdzeitschriften inserieren sowohl Privatpersonen als auch Jagdveranstalter
diverse Jagdmöglichkeiten in Schweden. In diesen Zeitschriften können auch
Austauschjagden inseriert werden.
Bestimmte Veranstalter,
die Jagdmöglichkeiten in Schweden anbieten, inserieren auch in ausländischen
Zeitschriften. Die Vereinigung
Norrländischer Jagdveranstalter ist eine Kooperative von Jagdveranstaltern, die
Arrangements mit Jagdführern in Nordschweden anbieten. Das Angebot organisierter Jagden
und anderer Naturerlebnisse ist sehr breit gefächert und abwechslungsreich.
Aus der Waidmannssprache
Äsen - fressen
Balg - Fell des Hasen
Blume - Schwanz des Hasen
Decke - Fell (Hirsch, Reh)
Kitz - das Junge vom Reh
Läufe - Beine
Lauscher - Ohren (Haarwild)
Lichter - Augen
Lunte - Schwanz (Fuchs)
Rammler - männliches Tier (Hase)
Ricke - weibliches Reh
Rotte - mehrere Stück Schwarzwild
Rudel - mehrere Stück Rotwild
Sprung - mehrere Rehe
Schalen - Hufe
Schweiß - Blut
Seher - Augen (Hase)
setzen - gebären |
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