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Umweltverschmutzung durch Radioaktivität

Der GAU (größter anzunehmender Unfall) oder Super-GAU (GAU, der über den schlimmsten "Auslegungsstörfall" hinausgeht) im Atomkraftwerk in Tschernobyl hat die Weiträumigkeit des Schadstofftransports durch die Luft breiten Schichten der Bevölkerung vor Augen geführt. Die dabei freigewordenen radioaktiven Schadstoffe wurden vom Wind in Richtung Russland und Skandinavien geweht. Dabei wurde nicht nur die Umgebung des Reaktors verseucht, sondern ist es auch in Mitteleuropa und Skandinavien zu derart erhöhten Radioaktivitätswerten der Luft und des Bodens gekommen, dass sich unter Zugrundelegung der Werte der Strahlenschutzverordnung die gesamte Bevölkerung Münchens Anfang Mai 1986 mehrere Tage außerhalb der Häuser nur in Schutzkleidung hätte bewegen dürfen. Vor allem waren frei lebende Tiere wie Elche und Rentiere und Pilze in unbearbeiteten Böden besonders betroffen. In Lappland fürchteten damals ca. 40.000 Sami, die größtenteils von der Rentierzucht leben, um ihre Existenz. Darüber hinaus wurde der „Fall-Out“ dieser Reaktorkatastrophe sowohl in Japan als auch in den USA festgestellt.
Der Unfall im Reaktor von Tschernobyl hat damit globale Ausmaße angenommen. Die Folgen des Unfalls sind bis heute nicht abzusehen. Mehr als 100.000 Menschen mussten in der damaligen Sowjetunion evakuiert werden und eine Fläche von 40.000 km2 ist auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar geworden. Darüber hinaus wird in der ehemaligen Sowjetunion gegenwärtig verzweifelt versucht, zu verhindern, dass es in der Gegend um Tschernobyl regnet. Trotzdem wird als Folge des Unfalls ein Ansteigen der Radioaktivität in der Ostsee befürchtet. In der Bundesrepublik Deutschland sind die in Zukunft auftretenden Gesundheitsschäden für die Bevölkerung nicht absehbar. Ein Ansteigen des Krebsrisikos ist jedenfalls sicher; unsicher ist nur das Ausmaß. Auch die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht abzusehen. Die Bundesrepublik Deutschland hat bis Ende Juni 1986 mehr als 100 Millionen Mark als Ausgleich für Schäden bezahlt, die deutsche Landwirte durch den Reaktorunfall erlitten haben. Der Wahnsinn hat also Methode. Durch den Reaktorunfall wurden Lebensmittel verseucht. Diese verseuchten Lebensmittel sind selbstverständlich für den Verzehr nicht geeignet. Gleichwohl jedoch werden die betroffenen Konsumenten dieser verseuchten Lebensmittel als Steuerzahler in vollem Umfang herangezogen. Der Schaden wird damit auf die Allgemeinheit verlagert. Die Bundesregierung hat keinerlei Bemühungen unternommen, das Verursacherprinzip durchzusetzen und die Schäden bei der ehemaligen Sowjetunion geltend zu machen, obwohl hierfür das Völkerrecht durchaus Möglichkeiten eröffnen würde.
Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass in den Jahren 1982 bis 1984 in deutschen Kernkraftwerken insgesamt 427 Störfälle registriert wurden. Dabei handelte es sich um einen Störfall der schwersten Kategorie A, 84 Störfälle der mittelschweren Kategorie B und 342 Störfälle der Kategorie C. 123 Störfälle waren auf Komponenten- und Bauteilversagen, 103 auf Bedienung, Wartung, Reparatur und Montage zurückzuführen. Mehr als 190 Störfälle jedoch hatten andere Ursachen oder die Ursache blieb unbekannt. Dabei muss beachtet werden, dass die Atomindustrie aufgrund von Reaktorsicherheitsstudien davon ausgeht, dass ein GAU mindestens alle 10.000 Jahre auftritt. Was jedoch bei der öffentlichen Kundgabe solcher Berechnungen in aller Regel verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass es sich dabei um 10.000 Reaktorbetriebsjahre handelt, von denen mittlerweile mehr als 3000 abgelaufen sind. Nach der Zahl der in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke werden somit innerhalb weniger Jahre 10.000 Reaktorbetriebsjahre erreicht. Darüber hinaus ist der Hinweis auf diese 10.000 Jahre ein propagandistischer Missbrauch statistischer Ergebnisse. Seriöserweise müsste die Öffentlichkeit darüber informiert werden, dass ein derartiger GAU innerhalb von 10.000 Reaktorbetriebsjahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auftritt, nur der Zeitpunkt und der Ort seines Auftretens selbstverständlich nicht prognostiziert werden kann.

   

Gamma-Ortsdosisleistung

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