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Straßenverkehr in Schweden

In Schweden gibt es heute etwa 3,7 Millionen Personenkraftwagen, das ist mehr als einer auf drei Einwohner. Schweden verfügt über ein Straßennetz von über 415.000 km Länge. Von diesem Netz sind zwei Drittel private Straßen. Es existieren ca. 100.000 km öffentliche Hauptverkehrsstraßen, die vom Staat unterhalten werden, und 31.600 km Straßen, deren Unterhalt lokalen Behörden obliegt. International gesehen hat Schweden ein hohes Verkehrssicherheitsniveau. Zur Gewährleistung eines hohen Niveaus im Bereich Verkehrssicherheit wurde dem Zentralamt für Straßenwesen die übergreifende Verantwortung für die Sicherheit auf den Straßen Schwedens übertragen.  

Die Tätigkeit des Zentralamts für Straßenwesen (Vägverket) ist in folgende Hauptbereiche unterteilt: Kraftfahrzeugbestimmungen und -inspektion, Anforderungen an die Fahrerausbildung, Prüfung zur Fahrerlaubnis, Verkehrsumwelt, Verkehrsbestimmungen, Registrierung von Pkw und Führerschein, Informationskampagnen, Analysen und Studien, Programmplanung und Koordinierung. 

Gesetzgebung

ParagraphAls Schweden 1967 vom Links- zum Rechtsverkehr überging, erwartete man ein großes Chaos. Doch nichts dergleichen geschah, außer dass die Zahl der Unfälle sank. Differenzierte Geschwindigkeitsbegrenzungen ist eine der Methoden, die eingesetzt wird, um die Zahl der Verkehrsunfälle in Schweden zu senken und die Schadenswirkungen der Unfälle, die dennoch passieren, auf ein Minimum zu begrenzen. Versuche mit allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen wurden in Angriff genommen. Die Versuche brachten gute Resultate und wurden bis 1979 fortgesetzt. Als Grundgeschwindigkeit gelten 70 km/h, mit schrittweisen Begrenzungen nach unten: 50 km/h in dicht besiedelten Gegenden und 30 km/h an besonders risikoreichen Stellen wie in der Nähe von Schulen, Altersheimen u.ä. Als zulässige Höchstgeschwindigkeiten gelten 90 km/h auf Fernverkehrsstraßen in gutem Zustand und 110 km/h auf Autobahnen in der Nähe der Großstädte vorgeschrieben ist. Für Schnellstraßen und eine Anzahl Fernverkehrsstraßen in sehr gutem Zustand und mit relativ geringer Verkehrsdichte sind ebenfalls 110 km/h Höchstgeschwindigkeit zugelassen worden. Seit 1. Mai 2000 darf an Fußgängerüberwegen mit Zebrastreifen auch außerhalb geschlossener Ortschaften nur 50 km/h gefahren werden. Fußgänger sind an Überwegen, die nicht mit einer Ampel versehen sind, bevorrechtigt. Es ist gestattet, den Seitenstreifen zu nutzen, um anderen Verkehrsteilnehmern das Überholen zu erleichtern.

SpikereifenSeit 01.12.1999 müssen schwedische Autos vom 1. Dezember bis 30. März mit Winterreifen ausgerüstet sein. Diese müssen eine Profiltiefe von mindestens 3mm aufweisen. Ab 01.01.2010 gilt die Winterreifenpflicht auch für ausländische Fahrzeuge. Spikereifen dürfen vom 1. Oktober bis 15. April gefahren werden. Seit dem 1. Januar 2010 haben Kommunen die Möglichkeit, wegen des entstehenden Feinstaubs, das Befahren bestimmter Straßen mit Spikereifen zu verbieten. Stockholm ist die erste Stadt, die Spikes auf bestimmten Straßen untersagt, andere werden folgen.

Schweden praktiziert seit langem Restriktionen in Bezug auf den Ausschank, den Verkauf und den Konsum von alkoholhaltigen Getränken. Was Autofahren und Alkohol betrifft, nimmt Schweden gleichfalls eine restriktive Haltung ein. Der Reichstag hat 1990 ein Gesetz verabschiedet, in dem die Strafbarkeitsgrenze für Trunkenheit am Steuer von 0,5 auf 0,2 Promille Blutalkoholgehalt bzw. 0,1 mg/l in der Ausatemluft gesenkt worden ist. Ab 2002 gilt diese Grenze auch für Boote in Binnengewässern. Die Strafe für Trunkenheit am Steuer lautet in leichten Fällen Geldstrafe 30-150 Tagessätze und Führerscheinentzug bis zu einem Jahr. 1 Tagessatz liegt je nach Einkommen, Vermögen und Anzahl der Kinder zwischen 30,- und 1000,- SEK. Für einen kinderlosen Normalverdiener liegt ein Tagessatz bei ca. 200,- SEK. In schweren Fällen der Trunkenheit am Steuer wird eine Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren verhängt, der Führerschein bis zu drei Jahren eingezogen und die Fahrerlaubnis muss erneut beantragt werden. Die Schwelle für solche Fälle wurde am 1. Februar 1994 von 1,5 ‰ auf 1,0 ‰ Blutalkohol gesenkt.
Die zu einer Haft verurteilten Täter müssen sich während der Verbüßung ihrer Freiheitsstrafe einer Behandlung wegen Alkoholabhängigkeit unterziehen. Statistiken zeigen, dass über 40% der Fahrer, die bei einem Einzelunfall ums Leben gekommen sind, einen Blutalkoholgehalt von mehr als 0,2 Promille hatten. Die Polizei ist zur Überprüfung möglichen Alkoholvorkommens durch Atemprobe berechtigt, ohne dass diese im voraus angeordnet sein muss und ohne Verdacht auf Trunkenheit am Steuer.
Seit dem 20. August 2013 werden an der Hafenausfahrt von Göteborg für Lastwagenfahrer automatische Alkoholkontrollen durchgeführt. Kein Lkw-Fahrer kann ohne eine Alkoholkontrolle den Hafen verlassen. Diese Kontrollen sollen später auf alle Häfen ausgeweitet und auch Pkw-Fahrer mit einbezogen werden.

Unter den Gesetzen, die einen besonders günstigen Einfluss auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit gehabt haben, kann das Gesetz über die obligatorische Verwendung des Autosicherheitsgurtes genannt werden. 1986 wurde das Gesetz auf alle diejenigen Beifahrer ausgedehnt, die 15 Jahre oder älter sind. Seit 1988 gilt das Gesetz auch für Kinder bis zu 15 Jahren. Für alle Kinder bis zu einschließlich sechs Jahren sind während der Fahrt besondere genehmigte Sicherheitsvorrichtungen vorgeschrieben. Ist eine solche nicht zugänglich, muss der Sicherheitsgurt ständig angewandt werden. Babys sollen in einem speziellen Babystuhl liegen, der einen guten Schutz bis zum Alter von etwa neun Monaten bietet. Danach sollte man einen mit der Rückenlehne in Fahrrichtung weisenden Autokindersitz verwenden, der auf den Vordersitz montiert wird. Er kann bis etwa zum Alter von vier Jahren verwendet werden. Danach sollte das Kind auf einem speziellen Gurtkissen auf dem Rücksitz sitzen, bis schließlich der gewöhnliche Autosicherheitsgurt angelegt werden kann. Der Fahrer trägt die Verantwortung für den Gebrauch der Sicherheitsvorrichtungen.

1975 wurde für Motorradfahrer und 1978 für Mopedfahrer das Tragen des Sturzhelms Gesetz. Ein Gesetz über das Benutzen der Scheinwerfer auch während der Tageszeit für alle Pkw, Lkw und Busse trat 1977 in Kraft. Das Gesetz hat bewirkt, dass vor allem die Zahl der Unfälle im Gegenverkehr um ca. 10 Prozent zurückgegangen ist.

Bußgelder ab 1. Oktober 2006

 

Geschwindigkeitsüberschreitung:

Innerhalb geschlossener Ortschaften:

Außerhalb geschlossener Ortschaften:

 0 - 10 km/h 2.000 SEK

11 - 15 km/h 2.400 SEK

16 - 20 km/h 2.800 SEK

21 - 25 km/h 3.200 SEK

26 - 30 km/h 3.600 SEK

31 - 40 km/h 4.000 SEK

 1 - 10 km/h 1.500 SEK

11 - 15 km/h 2.000 SEK

16 - 20 km/h 2.400 SEK

21 - 25 km/h 2.800 SEK

26 - 30 km/h 3.200 SEK

31 - 35 km/h 3.600 SEK

36 - 40 km/h 4.000 SEK

Nicht angelegter Sicherheitsgurt:

Erwachsene 1.500 SEK Kind (Gurt oder Kinderstuhl) 2.500 SEK

Fahren über Rot:  3.000 SEK

Stoppschild überfahren:  2.500 SEK

Fahren ohne Helm:  1.500 SEK

Führscheinentzug:

Man verliert seinen Führerschein ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h auf einer Straße mit einer Begrenzung von 30 km/h bzw. 50 km/h. Außerhalb geschlossener Ortschaften wird der Führerschein ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 km/h eingezogen.

Besondere Verkehrskennzeichen

MötesplatsWeißes M auf blauem Grund: Mötesplats (Treffpunkt): Diese Schild findet man an schmalen Straßen. Steht es auf deiner Seite bedeutet dies: Achte auf Gegenverkehr und benutze ggf. die nachfolgende Ausweichstelle um den Gegenverkehr vorbeizulassen.

Sehenswürdigkeit

Hier wird auf eine Sehenswürdigkeit hingewiesen.

 

TouristenformationWenn ihr diesem Verkehrsemblem folgt, dann gelangt ihr zwangsläufig zu einer Touristenformation. Hier kann man getrost alle Fragen stellen, Ferienhäuser buchen und sich mit Prospekten eindecken.  Oft können auch Andenken aus der Region erstanden werden.

FreibadWenn Ihr dieses Schild erblickt (und das wird nicht selten sein), könnt Ihr Euch schon mal getrost auf ein Bad freuen. Allerdings werdet Ihr nur in etwas 10 Prozent der Fälle ein Freibad vorfinden. Doch wer nach Schweden kommt, will wahrscheinlich auch nicht ins Freibad. 

AngelplatzDieses Zeichen besagt, dass hier gefischt werden darf. Wenn unter dem Schild noch "Fiskekort" steht, kann man sich sogar gleich legitimieren lassen, damit es keinen Ärger gibt und man plötzlich einem Polizisten an den Haken gegangen ist. 

Die meisten Landstraßen sind eineinhalbspurig. Man fährt auf der inneren vollen Spur und wechselt nach rechts, wenn man überholt wird. Anschließend ordnet man sich wieder in die Mittelspur ein. Dieses Ausweichmanöver ist zwar nicht Pflicht, aber doch allgemein üblich. Auf den Autobahnen gilt das normale Spurverhalten.

Eine durchgehende, gelbe Linie am Fahrbahnrand bedeutet "Halteverbot". Eine gestrichelte, gelbe Linie bzw. gelbe Zickzack-Linie am Fahrbahnrand bedeuten "Parkverbot".

Ab dem 1. Juni 2007 werden zwölf neue Verkehrszeichen eingeführt.

Kfz-Kennzeichen

In Schweden werden die Nummernschilder schon ab Werk montiert und bleiben ein "Leben" lang erhalten bis das Fahrzeug verschrottet wird. Auch beim Fahrzeugverkauf bleibt das ursprüngliche Nummernschild am Auto. Die Schilder bestehen aus 3 Buchstaben und 3 Zahlen, die durch eine Steuerplakette getrennt sind. Die Zeichen sind schwarz auf weißem Hintergrund. Bei Taxis ist der Hintergrund gelb und es befindet sich ein kleines "T" hinter den Ziffern.

Verkehr und Umwelt

Während der letzten 10 Jahre haben Umweltaspekte auch in der Verkehrsdebatte und den Einsätzen zur Verkehrssicherheit einen immer größeren Raum erhalten. Vom Standpunkt der Verkehrssicherheit ist es gewiss außerordentlich, wenn der Wachstumstakt des privaten Autoverkehrs gedämpft werden kann.

Die kollektiven Verkehrsmittel bieten einen bedeutend sicheren Verkehr als der private Autoverkehr. Große Unterschiede in der Bevölkerungsdichte in den verschiedenen Landesteilen machen es jedoch unmöglich, gute allgemeine Verkehrsmittel für alle anbieten zu können. Das Auto ist mit anderen Worten für die Arbeit und den Wohlstand vieler Menschen unentbehrlich, ganz abgesehen davon, dass das Auto das flexibelste Fortbewegungsmittel ist. Immer mehr und immer bessere Rastplätze sind in den letzten Jahren an den größeren und am stärksten befahrenen Straßen angelegt worden, damit sich die Autofahrer ausruhen und erholen können.

Kraftfahrzeugsicherheit

Es gibt in Schweden Regeln und Bestimmungen dafür, wie Fahrzeuge beschaffen und ausgerüstet sein müssen. Schweden ist auch an der umfassenden internationalen Harmonisierungsarbeit beteiligt, die in den Vereinten Nationen und in der Europäischen Union betrieben wird. In der Regel bieten die heutigen Fahrzeuge einen ausgezeichneten Komfort, haben gute Fahreigenschaften und sind mit Sicherheitsvorkehrungen wie z.B. Sicherheitsgurte ausgestattet. Alle Privatfahrzeuge, die älter als zwei Jahre sind, müssen jährlich überprüft werden. Die Überprüfung wird von der Schwedischen Kraftfahrzeuginspektion (AB Svensk Bilprovning), einem halbstaatlichen Unternehmen, durchgeführt. Die Stichproben an den Landstraßen werden normalerweise von der Polizei durchgeführt. Die Inspektion an Ort und Stelle gilt in der Regel schweren Lkw und Bussen, da diese im Durchschnitt oft sehr lange Fahrstrecken haben. Trotz der jährlichen Überprüfung passiert es, dass ernste Mängel z.B. am Bremssystem angetroffen werden.

Erziehung zur Verkehrssicherheit

Die Mehrzahl der Kinder kommt mit der Erziehung zur Verkehrssicherheit zum ersten Mal im Kindergarten und in den unteren Grundschulklassen in Kontakt. Diese Erziehung ist hauptsächlich auf dem Kind vertraute Verkehrssituationen ausgerichtet. Verkehrssicherheit ist kein eigenständiges Schulfach, sondern in andere Fächer integriert. Seit dem 1. Juli 2005 besteht für Radfahrer unter 15 Jahren eine Helmpflicht.

Alle Kraftwagen- und Motorradfahrer müssen über einen gültigen Führerschein verfügen. Das Mindestalter für den Erwerb eines Kraftwagenführerscheins beträgt 18 Jahre. Das Alter für die Fahrausbildung mit dem Pkw wurde 1993 von 17,5 Jahren auf 16 Jahre herabgesetzt. Das Mindestalter für den Erwerb eines Führerscheins liegt jedoch weiterhin bei 18 Jahren. Für EU-Bürger gilt der neue EU-Führerschein ebenso wie der "alte Lappen".

Da ein Großteil der Verkehrsunfälle von jungen Autofahrern mit gerade erworbenem Führerschein verursacht wird, hat man die Ausbildungsanforderungen schrittweise erhöht. Seit 1990 wird eine neuartige theoretische Prüfung durchgeführt, die verlangt, dass die Fahrschüler verstehen und begründen können, warum man auf eine bestimmte Weise in den verschiedenen Verkehrssituationen handeln soll. 1990 wurde auch erstmals die Bestimmung eingeführt, dass nach bestandener Fahrprüfung der Führerschein auf zwei Jahre zur Probe ausgestellt wird. Wenn ein Vorkommnis eintrifft, das den Einzug des Führerscheins während der Zweijahresperiode zur Folge haben kann, ist die Fahrprüfung in jedem Fall zu wiederholen. Die meisten erhalten ihre Fahrausbildung in privaten oder kommunalen Fahrschulen. Die Fahrausbildung kann jedoch auch von jeglichem Fahrer geleitet werden, der seit mindestens fünf Jahren einen Führerschein besitzt und Erfahrung im Umgang mit dem jeweiligen Fahrzeugtyp hat. Für Fahrer, die 16-Jährige ausbilden, gelten jedoch besondere Regeln. Bei privater Ausbildung muss man dem Unterrichtsprogramm des Zentralamtes für Straßenwesen folgen, und ist verpflichtet, den Ausbildungsverlauf schriftlich festzuhalten. Die Fahrprüfung selbst wird von einem staatlichen Fahrprüfer überwacht.

Die Form und die Gültigkeit des Führerscheins entspricht den Forderungen der Wiener Konvention von 1968 und steht im Einklang mit der Richtlinie des Ministerrats vom Juli 1991 über die Fahrerlaubnis (91/439/EG). In Schweden gilt seit 1973 das differenzierte System mit verschiedenen Führerscheinklassen für bestimmte Fahrzeugtypen oder Kombinationen von Kraftfahrzeugen. Um eine korrekte Identifizierung zu sichern, muss jeder Führerschein in Zehnjahresabständen erneuert werden.

Tiere im Straßenverkehr

Wenn du mit  90 km/h durch schwedisches Waldgebiet fährst, dann passierst du durchschnittlich alle 23 Sekunden ein Klauen-Wild, dass sich weniger als 300 Meter von der Strasse befindet.
In Schweden passieren jeden Tag 60-90 Verkehrsunfälle, in die ein Reh oder Elch verwickelt ist. Im Jahr 2006 wurden in Schweden 4.957 Zusammenstöße von Elchen mit Autos gemeldet, bei denen neun Autofahrer ums Leben kamen. Es gibt jedoch eine hohe Dunkelziffer, da viele Unfälle nicht gemeldet werden. Derjenige, der einen Wildunfall nicht meldet, riskiert eine hohe Geldstrafe. Zur Meldung verpflichtet ist man bei Unfällen mit Elch, Reh, Rotwild, Mufflonschaf, Bär, Wolf, Vielfraß und Luchs. Man soll die Polizei benachrichtigen, die wiederum aus einem Register eine Kontaktperson informiert, die wiederum eine Nachsuchpatrouille, bestehend aus Jäger und Hund mit der Suche beauftragt. Derjenige, der ein Wild angefahren hat, ist außerdem verpflichtet die Unfallstelle zu markieren, um die Nachsuche zu erleichtern. Hierzu hängt man orangefarbige Streifen an einen Ast oder Strauch um dem Jäger eine schnellere Erlösung des Tieres zu ermöglichen. Diese Markierungsbänder gibt es kostenlos in jeder "Bilprovning" (schwedischer TÜV) und sollten in keinem Fahrzeug fehlen.

Ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlagsgewicht von fast einer halben Tonne. Beim Zusammenstoß mit einem 400 Kilogramm schwerem Elchbullen ist die Aufprallkraft noch um ein zwanzigfaches höher.
Die Unfälle geschehen meistens zur Abend- oder Morgendämmerung, wobei Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen besondere Gefahrenschwerpunkte darstellen. Hier ist mit regelmäßigem Wildwechsel zu rechnen, da die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder und Wiesen ziehen und danach wieder den Schutz des Waldes aufsuchen. An viel befahrenen Straßen gibt es oft Wildschutzzäune. Wo diese enden ist das Risiko besonders hoch. Deshalb stehen dort oft Elch-Warnschilder. Der Elch erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km die Stunde. Innerhalb weniger Sekunden kann es passieren, das der Elch vor deinem Auto steht. Darum: Geschwindigkeit herabsetzen! Elche haben keine Verkehrserziehung genossen!
Ein Tier kommt selten allein, deshalb immer mit Nachzüglern rechnen. Man sollte nachts in Waldgebieten - wann immer möglich - mit Fernlicht fahren. So wirken die Augen der Tiere wie Rückstrahler und sind besser zu erkennen. Taucht Wild im Scheinwerferlicht auf, sofort abblenden, hupen und gefahrlos abbremsen.

Tankstellennetz

Das Tankstellennetz ist sehr gut ausgebaut, in der Regel ist die Bezahlung mit Kreditkarten möglich. In Schweden gibt es zwei verschiedene Zapfsäulen. "Kassa" bedeutet: Man bezahlt an der Kasse der Tankstelle - in bar oder mit Kreditkarte. "Sedel / Konto" bedeutet: Hier zahlt man mit der Kreditkarte oder füttert den Geldscheinautomaten mit 20-, 50- und 100-Kronen-Scheinen. Diese Automaten können auch nachts und am Wochenende genutzt werden. Hier eine schöne Seite für Freunde nostalgischer Tankstellen in Schweden. Auch in Schweden fahren immer mehr mit Autos mit Gas. Es gibt schon sehr viele Methangastankstellen in Schweden, die Erdgas/Biogas 'fordonsgas' anbieten. LPG-Gas 'Gasol' ist zur Zeit ähnlich wie in Deutschland eher selten. Durch die Steuerbefreiung von Ethanol wird dieser Kraftstoff in Zukunft wohl Benzin und Diesel ablösen. Bereits 2006 gibt es über 450 Tankstellen, die Ethanol anbieten.

Straßenhilfsdienst

Eine kostenpflichtige Pannenhilfe gibt es rund um die Uhr bei der Straßenhilfsorganisation "Assistancekåren" (Telefon 020 912 912) sowie "FALCK" (Telefon 087 679 000). ADAC Plus-Mitglieder erhalten bis zu 103 Euro für die  Pannenhilfe und bis zu 154 Euro für das Abschleppen erstattet.

Verkehrssicherheit als Exportware

In Schweden sterben im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße so wenig Autofahrer wie sonst nirgendwo in Europa. Die schwedischen Einsätze auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit genießen im Ausland sehr hohes Ansehen, was auch die große Zahl von Studienbesuchen aus anderen Ländern bestätigt. Schwedische Berater betreiben nunmehr Projekte sowohl in Bereichen wie Straßenbau und Straßenunterhalt als auch in der Verkehrssicherheit. Die Grenzstaaten zu Südafrika, Länder im Nahen Osten und in Südostasien waren Ziel schwedischer Entwicklungseinsätze in den letzten Jahren.

Im schwedischen Außenwirtschaftsrat hat man Beratergruppen für diese Bereiche gebildet: für den Unterhalt von Straßennetzen die schwedische Straßenunterhaltsgruppe und für Einsätze zur Sicherheit auf den Straßen die schwedische Straßensicherheitsgruppe. Beide Gruppen haben die ganze Welt als Arbeitsfeld. In gleicher Weise hat das Zentralamt für Straßenwesen ein Beratungsunternehmen, die SweRoad Consulting Company, für Einsätze im Straßenwesen aufgebaut.

Auszug eines Tatsachenberichtes vom SI und Übersetzungen aus NWT 1999-2006 mit eigenen Ergänzungen und Aktualisierungen.
Letzte Änderung: Oktober 2014

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Kaufvertrag für den Kauf von Personenkraftwagen zwischen Privatpersonen

 

 

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