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Schweden im Winter

Schnee, soweit das Auge reicht - nichts als Weiß und Eis. Einsamkeit und Romantik, das bieten die Landschaften Schwedens gerade im Winter. Schneeberge packen die Landschaft in Watte, an Bäumen und Holzhütten glitzern bei klirrender Kälte die Eiszapfen. Die zugefrorenen Seen hinterlassen bizarre Winterlandschaften. Schweden erscheint einem im Winter fast grenzenlos. In der weiten Lautlosigkeit verfällt der Mensch dem Rausch des Schnees. Die Tage sind kurz, aber nicht selten erfüllt von wunderbaren klaren Stunden mit stahlblauem Himmel. Für den "homo non scandinavicus" empfiehlt sich als Reisezeit der Spätwinter (März/April). Wer im Winter in das nördliche Schweden reisen möchte, sollte dies nicht unbedingt mit dem eigenen Auto tun, denn das ist wirklich eine mörderische Tour. Allein von Stockholm bis zum Polarkreis müssen ca. 1000 km zum Teil vereiste Straßen bewältigt werden.

Die trockene Kälte ist leichter zu ertragen als die feuchtkalte Luft in Deutschland. Schlangen vor den Ski-Liften sind hier undenkbar. Zum Winterurlaub "on the rocks" gehört Schneeschuh-Trekking, Hunde-, Rentier- oder Motorschlitten-Touren und natürlich Sauna-Freuden ohne Ende. Bei einer Hundeschlittentour durch die Wildmark ist eine Ahnung davon zu erhaschen, was Trapperleben in der Wildnis bedeutet haben mag.

Die über 90.000 Seen laden zum Eisangeln oder Eissegeln ein. Angeln ist hier durchaus eine sportliche Betätigung, denn erst muss hier die 70-80 Zentimeter dicke Eisschicht aufgebohrt werden. Angeln ist in Schweden Nationalsport. Für ca. 200 Kronen können auch Touristen eine Angelkarte und Ausrüstung bekommen. Allerdings braucht man sehr viel Geduld.

Wer sich von der winterlichen Ruhe nicht anstecken lässt, der nutzt die Winterlandschaft, um sich fitt zu halten. Die Reviere für Skifahrer reichen vom mittelschwedischen Värmland bis ins nördliche Lappland. Eine gute Übersicht über die schwedischen Skigebiete bietet die Webseite von Snörapporten. Schweden ist ganz anders als die Alpen - die Landschaft ist weitläufiger und großzügiger.

Das größte Skigebiet Skandinaviens ist Sälen in Kopparberg. 96 Lifte mit einer Kapazität von über 100.000 Personen pro Stunde erschließen 155 Pisten aller Schwierigkeitsgrade (insgesamt 142 km). Neben Sälen selber gehören die Anlagen von Hundfjäll, Kläppen Ski Resort, Lindvallen, Stöten und Tandådalen zum Terrain. Endlose Off-Pisten-Areale, vier Snowboard-Parks mit drei Halfpipes, 200 Kilometer markierte Skiwanderwege und 122 Kilometer präparierte Langlaufloipen machen das Wintersport-Vergnügen komplett.

Winter am See Östen (West-Värmland)

Funäsdalen gehört zu den schneesichersten Fjällgebieten Schwedens. Der hohen Lage und dem kontinentalen Klima ist es zu verdanken, das Funäsdalsfjällen von Ende Oktober bis Anfang Mai hervorragende Naturschneeverhältnisse bieten kann. Der beste Ort für Familien mit Kindern ist Ramundberget in Funäsdalen. Das Skigebiet ist zwar klein aber sehr gut für Kinder geplant. Die Walpurgisnacht in Funäsdalsfjällen ist etwas ganz besonderes. Die alpine Skisaison wird hier mit der 1. Mai-Trophy abgeschlossen - dem größten Slalom-Wettbewerb der Welt mit ca. 1000 Teilnehmern.

Åre (westlich von Östersund) ist ein weiteres Zentrum für den schwedischen Wintersport. Eine junge moderne Stadt mit 800 Einwohnern und 20.000 Betten.

Traumhaft schöne Landschaften, endlose Wälder und weite Täler machen Schweden jedoch in erster Linie zu einem Langlaufparadies. Langlaufloipen durchziehen fast ganz Schweden. Nicht ohne Grund treffen sich jedes Jahr am 1. Sonntag im März über 15.000 Langläufer zum schon legendären "Vasa-Lauf". Er führt durch das Dalarna-Gebiet zwischen den Orten Sälen und Mora.

Schöner als das Laufen auf gespurten und beleuchteten Loipen ist das cross-country-skiing über die baumlosen Hochebenen Lapplands. Hier verlässt man sich auf die Schlittenhundefährten des Vor-Läufers und die Möglichkeiten der eigenen Kondition. In der weiten Lautlosigkeit verfällt man dabei dem Rausch des Schnees.

Natürlich kann man in Schweden einen ganz normalen Winterurlaub machen. So mit Skiern vor der Tür und kleinen Tagestouren. Da wird es einem warm, auch wenn an den Fenstern die Eisblumen blühen. Wer seine Kinder mitnimmt, sollte ihnen unbedingt ein Skibrett gönnen, das man an Ort und Stelle für ein paar Kronen bekommt. Es ist ein rundes, längliches, an den Rändern nach oben gebogenes Kunststoffbrett, auf dem man sitzend, mit den Händen steuernd, die Hänge und Wege hinabsaust. Wer die Begeisterung seiner Kinder beobachtet, kann es sich nicht verkneifen selbst mal einen Versuch zu starten.

Hoch im Norden Schwedens sind viele Orte im Winter nur noch mit dem Hundeschlitten erreichbar. Je weiter man nach Norden fährt, desto länger dauert die Nacht. Doch wer glaubt, in diesen Monaten herrsche pechschwarze Trostlosigkeit, der irrt. In dieser Zeit ist der Himmel oft wolkenlos und die eisige Luft glasklar. Der Mond, die Sterne und manchmal auch das flackernde Nordlicht scheinen hell. Der Schnee reflektiert das Licht mitunter so stark, dass man ohne Lampe lesen kann. Hier oben leben die Samen, fälschlicherweise oft auch Lappen genannt. Diese Ureinwohner von Lappland haben bis heute ihre Ursprünglichkeit bewahrt, haben sich gegen Zivilisation und vor allem gegen den Straßenbau gesperrt. Doch Fremden gegenüber sind sie offen und gastfreundlich.

Ein besonderes Ereignis findet jedes Jahr in der ersten Februarwoche in der nordschwedischen Stadt Jokkmokk statt und kann auf eine fast 400-jährige Geschichte zurückblicken. Wenn die Samen ihren jährlichen Zyklus der Rentierzucht abgeschlossen haben, treffen sie sich zu ihrem großen Wintermarkt (Lappmarknad) in der Stadt. Dieses Festival ist Tradition, Touristenattraktion und samische Party zugleich. Hier begegnen sich die Samenfamilien und feiern das nahe Ende des Winter und die Rückkehr des Lichtes. In der Samenstadt gilt eine andere Zeitrechnung: Hier wird das Jahr in vor dem Markt und nach dem Markt eingeteilt. Urlauber können mit dem Hundeschlitten das Land erkunden und dürfen sogar selbst ans Steuer. Pauschalreisen mit Hüttenübernachtung und kompletter Ausrüstung werden in jedem Reisebüro angeboten.

Ganz coole Typen können sogar in einem richtigen "Eishotel" übernachten und sich dabei wie ein Eskimo fühlen. Der 8000 Quadratmeter-Riesen-Iglu samt Restaurant, Kino, Kapelle, Skulpturengalerie und 70 Zimmern, wird seit 1990 in jedem Jahr wieder aus ca. 35.000 Tonnen von Eis und Schnee in Jukkasjärvi (östlich von Kiruna) aufgebaut. Ende Oktober werden mit Schneekanonen gewaltige Haufen Schnee erzeugt, die dann mit einer Schneeschleuder gegen große, fahrbare Blechwände geschleudert werden. Nach 2 Tagen hat sich der Schnee stabilisiert und die Blechwände werden weggezogen. Was übrig bleibt, sind Bauelemente aus festgebackenem Schnee. Der Name "Eishotel" ist also ein wenig irreführend, denn die tragenden Wände bestehen immer aus Schnee. Da für den optischen Eindruck durchscheinende Wände enorm wichtig sind, werden aus dem zugefrorenen Tornefluss mit der Motorsäge Eisblöcke geschnitten.

Das Eishotel gilt inzwischen als heißer Tipp für diejenigen, die dem Winter die kalte Schulter zeigen wollen. Alles im Eishotel besteht aus gefrorenem Wasser - die Möbel, die Betten und die Leuchten sind aus Eis. Damit die Kronen nicht schmelzen, kommt die Helligkeit von Leuchtdioden, die nur kaltes Licht von sich geben. Treffpunkt der Hotelgäste ist die Eisbar. Hier gibt es nur Hochprozentiges, denn Getränke ohne Alkohol würden in den eisigen Trinkgefäßen einfrieren. Eine skandinavische Reiseagentur bietet ein stilvolles Hochzeitsprogramm für alle heiratswilligen im Eishotel in Jukkasjärvi. Die Hochzeitszeremonie findet auf Wunsch mit deutscher Übersetzung des Reiseleiters statt. Geschlafen wird mit voller Bekleidung in Polarschlafsäcken auf Eispodesten. Sogar die Schuhe müssen mit in den Schlafsack, sonst könnte man sie am nächsten Morgen nicht mehr anziehen. Besonders beeindruckend im Eishotel sind die Skulpturen. Dafür kommt jedes Jahr ein internationales Künstlerteam in Jukkasjärvi zusammen. Im Frühjahr schmilzt der Bau langsam weg, bis er irgendwann verschwunden ist.

In Schweden ist die Vorweihnachtszeit besonders stimmungsvoll. Die Schweden sind davon überzeugt, das ihr Land das Weihnachtsland schlechthin ist. Denn wo anders sollte es liegen als dort, wo "Jultomten" - der Weihnachtsmann - zu Hause ist. Und jedes schwedische Kleinkind weiß doch, dass Santa Claus oberhalb des Siljansees in Dalarna lebt.

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