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Meister Grimbart, wie der Dachs (Meles meles) in der Tiersage heißt, gehört zur Unterfamilie der marderartigen
Raubtiere. Doch er ist durch
den schwerfällig gedrungen Körper längst nicht so schnell und geschickt in seinen
Bewegungen wie seine Verwandten. Der Sohlengänger hat an seinen kräftigen
Branten je fünf Zehen mit langen Krallen. Auf Springen und Klettern ist er gar nicht eingestellt,
doch bewegt er sich auf festem Boden um so sicherer. In seiner ganzen Erscheinung und auch
in seiner Lebensweise ist er dem Bären sehr ähnlich.
Der Dachs wird 70 bis 85 cm lang, dazu kommt noch der Schwanz mit 15-20 cm. Die
Tiere erreichen ein Gewicht von 15 bis 20 kg.
Charakteristisch sind der lange weiße Kopf mit zwei schwarzen Längsstreifen und die
zugespitzte Schnauze, die kleinen Augen und Ohren, die starken Grabklauen an den
Vorderfüßen und der lange steifhaarige Pelz.
Der Dachs lebt in weiten
zusammenhängenden Wäldern. Hier baut er sich seine unterirdische Burg aus bis zu 10
Meter langen Röhren, die 4 bis 5 Meter tief ins Erdreich laufen und sich von
verschiedenen Seiten in einem oder mehreren geräumigen Kesseln treffen. Er
legt die Eingänge meisten so an, dass sie unter einem Gebüsch versteckt liegen. Seine Wohnung polstert er mit weichem
Pflanzenmaterial aus, dass er hin und wieder an die Erdoberfläche schleppt,
um es dort auszulüften. Dann wird der Bau wieder damit ausgepolstert. Hier verschläft der Dachs in Ruhe den Tag und auch teilweise die frostharten Wochen des
Winters. Auf seinen nächtlichen Streifzügen nimmt er ungefähr alles mit, was seine Nase wittert.
Mit seiner stark biegsamen Schnauze wühlt er in der Erde herum und frisst Unmengen von Schnecken, Insektenlarven, und
Würmern. Daneben verspeist er auch Beeren und
Früchte von Wald- und Gartenbäumen, sowie Wurzeln. Im Herbst legt er sich einen
Speckvorrat für den Winter an.
Die Dachse markieren ihr Revier durch das so genannte "Stempeln". Dabei wird
mit einer unter der Schwanzwurzel sitzenden Drüse auf den zu
kennzeichnenden Gegenstand gedrückt. Die Tiere tauschen auch untereinander ihre
Duftmarken aus. Der daraus entstandene Mischduft gibt den Dachsen Aufschluss
über die Familienzugehörigkeit. Die geselligen Dachse
leben in Familiengruppen zusammen, deren Größe maßgeblich vom jeweils
verfügbaren Nahrungsangebot vor Ort abhängt. Da Grimbart und Reineke mehrmals
einen Bau teilen, werden junge Dachse und Füchse auch zusammen in einer Burg angetroffen.
Im Februar und März bringt die Dächsin 3 bis 5 Welpen zur Welt.
Etwa nach 3 Monaten verlassen die Jungen den Bau. Bis zum Herbst suchen die Jungdachse
ihre Nahrung unter Führung der Mutter, dann trennen sie sich gewöhnlich von ihr, doch
überwintern sie noch öfters im mütterlichen Bau. Wegen
seines Fells, das zur Herstellung von Rasier- und Malerpinseln dient und dem wasserdichten und dauerhaften
Leder aus dem man Kofferbezüge, Jagdtaschen u.a. fertigt, war das Fell von jeher eine begehrte
Handelsware. Die Jagd auf Meister
Grimbart erfolgt in der zweiten Septemberhälfte durch Ansitz am Bau. Kurz vor
Sonnenuntergang verlassen die Tiere in der Regel ihren Bau. Oft werden die
Baue, in denen sich die Dachse tagsüber aufhalten, durch Bau- oder Erdhunde,
das sind Teckel und Terrier, abgesucht.
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