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Die Gänse sind mit den
Enten verwandt und gehören zur Familie "Anserini". Genau wie die Enten haben
auch die Gänse Schwimmhäute zwischen den Zehen. Ihr Körper ist abgeflacht und
bietet dem Wind somit weniger Angriffsfläche. Ihr eingefettetes Gefieder schützt
sie vor Nässe. Gänse sind reine Pflanzenfresser und fressen sehr gerne Gras. Sie
sind sehr schlechte Kostverwerter, d.h. was sie vorne fressen, kommt etwa 2 bis
3 Stunden später hinten wieder raus und hat so ungefähr die Konsistenz, was man
nach dem Rasenmähen aus dem Rasenmäher rauskratzt. Weil sie schlechte
Kostverwerter sind, müssen sie sehr viel fressen. Gerne halten sie sich im
Winter auf Kleefeldern auf, sie fressen aber auch Wintersaaten Die
Lebenserwartung von Gänsen liegt bei 19 bis 22 Jahren. Sie schlafen nachts aus
Schutz vor Feinden auf dem Wasser.
Die Saatgans (Anser
fabalis) oder auch Rietgans ist 71-89 cm groß. Man kann sie deutlich
an dem dunklen Schnabel mit der orangenen Binde erkennen. Das Gefieder ist
graubraun, der Kopf ist etwas
dunkler als bei der Blässgans. Die Brutgebiete der Saatgänse sind in
Nordskandinavien und in Russland auf der Taimyr-Landzunge und der Kolgujew-Insel in
der arktischen Barentssee.
Ende Mai Anfang Juni kommen die Gänse im Brutgebiet an und beginnen
5 bis 7 blassgelbliche Eier zu
brüten. Bei Temperaturen leicht über Null Grad, d.h. der Para-Frostboden ist oberflächig
aufgetaut, beginnt die Vegetation zu blühen. Als Nahrung dienen den Gänsen Moose,
Flechten und
Gräser. Es bleibt nur ein relativ kleines Zeitfenster, in dem die Tiere brüten,
die Jungen aufziehen und sich Fett anfressen können, damit sie genug Kraft
haben, um in die Überwinterungsgebiete fliegen zu können. Dafür haben sie in der
Arktis allerdings den ganzen Tag Zeit, denn dort ist es im Sommer
24 Stunden hell.
Das Buch von Nils Holgersson handelt von Saatgänsen,
die durch Schweden ziehen. Von ihren Brutgebieten in Skandinavien ziehen sie zu
den Überwinterungsgebieten in ganz Europa. Den weiten Weg lernen die jungen
Wintergäste von den älteren Tieren, die sich dabei an Landmarken aber auch am
Magnetfeld der Erde orientieren.

Blässgänse auf dem Weg zu Ihren Brutgebieten Durch den Klimawandel ist in den letzten Jahren
die Tendenz zu beobachten, dass die Saatgänse immer weiter im Norden
überwintern. In Deutschland gehört der südliche linke Niederrhein zu den
Gebieten, die sich in den letzten 100 Jahren mit 3 Grad am stärksten erwärmten. Auch ist der Jagddruck geringer als in Südeuropa. Durch die
intensive Landwirtschaft bleibt auf den abgeernteten Feldern genug Nahrung
übrig. Auf Zuckerrüben sind sie ganz wild, da sehr viel energiereicher Zucker
drin ist.
Bis in die 60iger
Jahre kamen kaum Gänse an den Niederrhein. Ende der 70er Anfang der 80er Jahre
ging es dann steil bergauf. Es war der Zeitraum, indem die Jagd auf die Gänse
stark eingeschränkt wurde und Kooperationen mit Landwirten, die die Gänse nicht
mehr verjagen, durch Entschädigungszahlungen für Gänseschäden eingegangen wurde.
Bis zu 1,8 Millionen Euro lässt sich das Land das kosten. Das hat dazu geführt,
das sich die Gänsezahlen am Niederrhein auf 150.000, davon ca. 20.000 Saatgänse zugenommen
haben. Eine solche Dichte gibt es nur am Niederrhein. In der kalten,
arktischen Sommer-Heimat wird man so eine Gänsemenge nie zu Gesicht bekommen.
Dort leben die Tiere weiter verstreut. Bei der Jagd auf Gänse wird Schrot
verwendet, dass ein großes Streufeld hat. Dabei gibt es ein Problem, wenn man zu
früh schießt, wenn die Tiere noch zu weit weg sind und mitten in eine Gruppe
hineingehalten wird und nicht auf eine einzelne Gans, die am hinteren Ende
fliegt. Das kann dazu führen, dass Gänse eine Schrotkugel abbekommen, aber nicht
tödlich getroffen wurden. Die Tiere gehen dann oft elendig an Blutvergiftung
zugrunde.
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