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Der Vielfraß (auf
Schwedisch "järv") gehört zur Familie der Marder. Das ekelhaft riechende
Raubtier steht in seinem Äußeren zwischen
Marder, Hund und Bär. Wie die meisten Wiesel und Marder ist der Vielfraß sehr
scheu und wird kaum gesehen. Der Taigabewohner erreicht eine Körperhöhe von
70-80cm und wird 75-100 cm lang. Das zottige, dunkelbraune Fell erinnert an
einen Braunbären und sein buschiger Schwanz hat Ähnlichkeit mit dem einer Katze. Die Lebenserwartung des am Boden lebenden 15-25 kg
schweren Einzelgängers liegt bei etwa 15 Jahren.
Den Namen Vielfraß
erhielt dieses Tier durch einer falsche Übersetzung des skandinavischen
"Fjäll-Fräs" bzw. norwegischen "Fjellfross", was so viel wie Felsenkatze bedeutet.
Zu seinen Opfern zählen Schneehühner, andere Marderarten, Eichhörnchen,
Füchse, Hasen, Rentiere und
Elchkälber. Daneben nimmt er Vogelnester aus, frisst Wespenlarven und
süße Beeren. Kleinere Tiere tötet er durch einen Nackenbiss und
verschlingt sie gierig. Größeren Tieren, wie einem Ren, springt er in den Nacken
und verbeißt sich dort, bis sie fallen. Er frisst aber nicht mehr, wie er zum Leben benötigt.
Wenn er ein Rentier tötet, besprüht er es mit seiner Stinkdrüse und vergräbt es.
Wenn er wieder hungrig ist, kommt er zurück um weiter daran zu fressen. Durch
seine bis zu 200 cm2 großen Fußsohlen ist er seinen Beutetieren im tiefen Schnee
im Vorteil. Während er auf dem Schnee laufen kann, sinkt ein verfolgtes Ren tief
darin ein. Der
Vielfraß ernährt sich aber nicht nur durch die Jagd auf andere Tiere. Der
Hauptteil seiner Nahrung besteht aus
Aas, dass von anderen Raubtieren erlegt wurde oder an Schwäche eingegangen ist.
Aus diesem Grund wird er auch als "Hyäne des Nordens" bezeichnet. Am Aas gehen
ihnen sogar Bären und Wölfe lieber aus dem Weg, ohne sich auf einen Zweikampf
einzulassen. Mit einer grüngelblichen, stinkende Flüssigkeit seiner Analdrüsen
setzt der Vielfraß nicht nur Markierungen, sondern benutzt sie auch als
Abwehrwaffe gegen andere Großraubtiere, indem er sie bis zu drei Meter weit
ausspritzt.
Wie die Bären verspeisen die Vielfraße im Herbst große Mengen Beeren
für die Winterruhe.
Sein schwerfällig und plump wirkender Körper ist mit einem langen wallenden
Wasser abstoßenden Pelz bedeckt. Seine Augen und Ohren sind klein und er ist
mit dicken, kräftigen Pfoten ausgerüstet. Seine Beine sind verhältnismäßig
kurz, die Tatzen mit den 5 Krallen dagegen bullig breit. Zwischen seinen Zehen besitzt er
eine Spannhaut, die ein Einsinken in den Schnee verhindern. Mit ihren langen
Krallen sind die wendigen Vielfraße aber auch exzellente Kletterer. Sein
Gebiss ist enorm kräftig, es kann mit Leichtigkeit Knochen zermalmen.
Die Paarungszeit der Vielfraße ist im Juli und August. Nach einer Tragezeit
von rund 39 Wochen kommen 2-4 Junge in einer Baumhöhle, Felsspalte oder
Schneegrube zur Welt.
Die Neugeborenen wiegen im Schnitt knapp 100
Gramm und sind ungefähr 15 cm lang. Die Jungen werden 2 Monate gesäugt und
verlassen danach den Wurfplatz, um ihrer Mutter auf deren Fresswanderungen zu folgen.
Im zweiten Lebensjahr sind sie unabhängig und verlassen die Mutter.
Der Vielfraß ist immer in Bewegung.
Trotz seiner taumelnden Fortbewegungsart ist er ein guter Wanderer, der an einem Tag ohne Schwierigkeiten 50 km zurücklegen kann und
sein persönliches 500 bis 2500 qkm großes Revier zu kontrollieren. Obwohl man diese
Tiere so gut wie nie sieht, kann man sie riechen, weil die Vielfraße wie die
meisten Wiesel und Marder Drüsen haben, die sie benutzen, um ihr Territorium zu
kennzeichnen. Im Sommer bevorzugt der
Vielfraß die Wälder und im Winter die Tundren.
Der Bestand in Schweden wird auf ca. 400 Individuen geschätzt. Das Hauptverbreitungsgebiet in Schweden ist die
Waldlandschaft zwischen Hälsingland und Medelpad. Da
er in Schweden unter gesetzlichem Schutz steht und auch größere Raubtiere ihn wegen seiner
ausgeprägten Stinkdrüse lieber meiden, ist sein Bestand nicht bedroht. In Norwegen wurden im Winter 2000/2001 zum ersten mal 52 Stück
zum Abschuss freigegeben. Aufgrund der Rissschäden, die die Tiere unter den
frei weidenden Rentieren und Schafen anrichten, wird der Vielfraß auch unerlaubt
gejagt.

Links zum Thema "Vielfraß"
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Alaska Tierwelt
Infos über den Vielfraß
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Vielfraß
Ein Bericht über Vielfraße von Markus Kappeler.
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Die schwedische Tierwelt |