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Abisko

Abisko ist eine kleine Siedlung mitten in der Weite Lapplands. Auch dieses kleine Dorf mit 85 Einwohnern gehört zur großen Gemeinde Kiruna. Mitten im Ort liegt die Schule – Grund- und Hauptschule für 18 Kinder aus der ganzen Gegend. In der kleinen Schule lernen immer mehrere Jahrgänge im selben Raum. Wenn die Kinder später höhere Schulen besuchen wollen, werden sie ihre Heimat verlassen müssen. Der Unterricht klappt reibungslos, ohne Konflikte, ohne Hänseleien und ohne Aggressionen. In Lappland werden Zwergschulen nicht in Frage gestellt. Kein Kind soll es hier schlechter haben, als seine Altersgenossen in der Hauptstadt und keiner Schule soll es an Lehrmitteln fehlen, nur weil sie irgendwo in der Einöde wohnen. Viele Schüler von Abisko wohnen weit draußen in der Einsamkeit. Einige leben 85 km entfernt und werden Tag für Tag morgens und abends mit dem Taxi gefahren. Die Gemeinde zahlt dafür und niemand käme auf die Idee, das in Frage zu stellen.

Abisko

Abisko liegt zwei Zugstunden entfernt vom nächsten Kino, vom nächsten Krankenhaus und guten Einkaufsmöglichkeiten. Nur eine Tankstelle und ein kleiner Supermarkt gibt es hier. Trotzdem beklagt sich niemand. Was sollte man in dieser schönen Landschaft auch vermissen?

Es ist wohl kaum der Charme von Abisko, der die Touristen hierher lockt, sondern die imposante Landschaft drum herum. Hier beginnt der weltberühmte Wanderweg Kungsleden, der nach Süden durch halb Schweden führt. Jedes Jahr endet an der Fjällststation von Abisko der Fjällräven-classic, ein 110 Kilometer langer Wanderlauf durchs Fjäll. Die Fjällststation wird vom schwedischen STF unterhalten. Von hier kann man mit dem Sessellift auf den Berg Njulla fahren, von wo man vom 27. Mai bis 15. Juli die Mitternachtssonne sehen kann. Das Lappentor (Lappenporten) ist eine unverwechselbare Gebirgsformation aus der Eiszeit.

Kungsleden

Der Kebnekaise, der höchste Berg Schwedens, wurde erstmalig von dem Franzosen Charles Rabot bestiegen. Es wurde die Idee geboren, einen Wanderweg von Abisko bis zum Kebnekaise anzulegen. Von dort sollte man dann entweder ostwärts zum Samendorf Nikkaloukta abbiegen oder nach Kvikkjokk im Sarek-Gebiet weiterwandern können.
Der Name "Kungsleden" wurde jedoch erst 1928 erfunden, nachdem man die ganze Wegstrecke mit Steinhaufen markierte, Watstellen kennzeichnete und Ruderstrecken ausgewiesen hatte. Was den Namen und den genauen Verlauf betrifft, gehören Unklarheiten zur Geschichte des Weges, weil er immer wieder verlängert wurde. Heute gelten die 420 Kilometer zwischen Abisko im Norden und Hemavan im Süden Lapplands als Kungsleden im eigentlichen Sinn. Aber im Volksmund benutzt man den Namen für die klassische Strecke von Abisko über die Kebnekaise-Fjällstation nach Nikkaloukta, beziehungsweise umgekehrt. Es ist eine Wanderung, die auf das Dach Schwedens und wieder hinunter führt, über hochalpines Terrain.
Wie alle nationalen Ikonen war auch der Kungsleden lange ein Diskussionsthema. Ein Teil der schwedischen Gewohnheitswanderer fand, dass auf dem Weg zuviel Gedränge herrschte. Doch sie mussten widerwillig zugeben, dass die Landschaft dadurch nichts von ihrer Großartigkeit einbüßte. Darüber, was ein stark frequentierter Weg ist, gibt es außerdem keine einheitliche Auffassung. Manche Veteranen finden, dass von zwei Wanderern in einem Fjälltal schon einer zuviel ist. Aber nach internationalen Maßstäben ist auf dem Kungsleden sehr wenig Betrieb. Svante Lundgren schreibt in seinem Buch »Kungsleden« von 1955: »Früher habe ich den Kungsleden verabscheut wie die Pest... aber es ist zweifellos ein richtiger Weg, der sich auf natürliche Weise durch das bucklige Terrain schlängelt, und er folgt uralten Pfaden, die von den gebietskundigen Ureinwohnern benutzt wurden.
Es gibt außerdem unzählige Bildbände und Reiseführer über den Kungsleden. Für einen beträchtlichen Teil davon zeichnet Claes Grundsten verantwortlich, Schwedens vielleicht bekanntester Naturfotograf und Publizist. Er war auch auf etwa fünfzig anderen berühmten Wanderwegen in aller Welt unterwegs. Wenn er den Kungsleden zur internationalen Spitzenklasse zählt, gemeinsam mit dem Overland Track in Tasmanien, dem Milford Track in Neuseeland und dem Inkaweg in Peru, dann tut er das nicht etwa aus Loyalität zu seinem Herkunftsland. Auf typisch schwedische Art hält er sich selbst für "heimatblind", was die Schönheiten seines Landes angeht. Er ist sich jedoch sicher, dass viele Leute gar nicht so weit zu reisen brauchen, um die gleiche Erkenntnis zu haben. Es genügt, den Zug oder das Flugzeug nach Kiruna zu nehmen und dann den Bus nach Nikkaluokta. Schon bald riecht man den Duft, der von den niedrigen Bergbirken und den feuchten Mooren aufsteigt. Nach halbstündiger Wanderung lichtet sich der Wald. Am anderen Ufer des Bergsees Ladtjotaure taucht eines der spektakulärsten Fotomotive des Fjällgebiets auf der Bergspitze Tuolpagorni mit seinem auffallenden Krater unter dem Gipfel, links davon Singitjåkka und zur Rechten der südliche Ausläufer des Kebnekaise. Es ist ein Anblick, der vielen Wanderern den Atem raubt. Und das ist erst der Anfang.

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